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Der Amtskrug wird abgerissen

Der Abrissbagger nagt am alten Amtskrug

Leerstehende Traditionsgaststätte soll privatem Wohnhaus weichen

gb. Moisburg. Ein Stück Geschichte wird aus dem Ortsbild von Moisburg verschwinden: Der seit Jahren leerstehende Amtskrug wird in diesen Tagen abgerissen. Die traditionsreiche Gaststätte wurde von deren Erben verkauft und soll einem privaten Wohngebäude Platz machen. Für viele Moisburger, aber auch Gäste von außerhalb, sind Erinnerungen mit dem Gebäude verbunden, in dem vor über 40 Jahren die letzte große Feier auf dem Tanzsaal stattgefunden hat.
Das 400 Quadratmeter große Gebäude hat eine lange Geschichte. Seit Beginn der 1920er Jahre diente der Amtskrug als Gasthaus und damit als Treffpunkt und Ausflugsziel. Vor dem Zweiten Weltkrieg existierte eine gute Zusammenarbeit mit dem Angelverein „Frühauf Hamburg“. Dadurch wurde der Amtskrug auch zur Anlaufstelle vieler Hamburger Ausflügler. Eine Schankwirtschaft wurde an dieser Stelle jedoch bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts betrieben. Sie war der Papiermühle angegliedert, deren Geschichte noch weiter in die Moisburger Chronik zurückreicht. Mitte des 18. Jahrhunderts gingen die vom Herzog zu Lüneburg-Braunschweig verliehenen Schankrechte dann in den Familienbesitz der heutigen Erben des Amtskruges über.
Da das an einem alten Estewehr gelegene Gelände in der Moisburger Ortsdurchfahrt dem Hochwasserschutz unterliegt, darf sich der auf dem über 2.200 Quadratmeter großen Grundstück geplante Neubau lediglich auf die Grundfläche des bestehenden Gebäudes beschränken.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht Moisburgs Bürgermeister den Veränderungen entgegen. "Als Alternative zu einer Bauruine finden wir das toll, selbst wenn wir den Anblick des alten Amtskrugs vermissen werden", sagt Hans-Jürgen Steffens.