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Dorfgeschichte(n) erhalten

Moisburg eröffnet als erste Hollenstedter Kommune ein Archiv für historische Dokumente


mi. Moisburg.
Erich Tauber steht in einem schmalen, schlauchförmigen Raum. An der Wand entlang ziehen sich auf mehreren Metern Regale voll gestopft mit Aktenordnern, Dokumentenmappen Büchern und losen Blattsammlungen. Für Außenstehende wirkt das Ganze wie ein großes Durcheinander. Doch für Erich Tauber schlummert zwischen den vergilbten Aktendeckeln so manch historisches Geheimnis über das Dorf und seine Bewohner. Er ist gerade dabei, ehrenamtlich das erste historische Archiv der Samtgemeinde Hollenstedt aus der Taufe zu heben.
Das Archiv entsteht in einem Raum des ehemaligen Feuerwehrhauses direkt neben dem Amtshaus (Moisburger Schloss). „Der Raum ist für uns ein echter Glücksfall, er ist trocken und bietet ausreichend Platz“, sagt Erich Tauber. Derzeit ist der Pensionär, der früher für ein großes Industrieunternehmen gearbeitet hat, dabei, die teilweise noch leeren Regale mit alten Dokumenten zu füllen. Ein Großteil der erhaltenen historischen Dokumente der Gemeinde lagert derzeit noch auf dem Dachboden des Amtshauses. „Das ist kein sehr guter Ort, der Raum ist nicht beheizt, dort zieht das Papier schnell Feuchtigkeit“, so Erich Tauber. Umso besser, dass es jetzt das neue Archiv im ehemaligen Feuerwehrhaus gibt. Möglich gemacht hat den Umzug der Akten auch Moisburgs Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens, der den Raum zur Verfügung stellte. „Wir freuen uns, diese Lösung gefunden zu haben, um die Dokumente und damit auch einen Teil unserer Dorf-Geschichte zu bewahren.“
Stück für Stück sollen die Akten und Dokumente, die bis in die Zeit 1920er Jahre zurückreichen, nun vom Amtshaus ins neue Archiv umziehen.
Vor Erich Tauber liegt jetzt eine Mammutaufgabe: Als erstes müssen die Dokumente aus den alten Ordnern raus, weil das Metall das Papier angreift. Dann müssen sie gesichtet, sortiert und in Dokumentenkisten aus säurefreier Pappe abgelegt werden. Um später die einzelnen Vorgänge wiederfinden zu können, verwendet Erich Tauber auch ein spezielles Computerprogramm. Akribisch erfasst er alle Datensätze.
Ein Geheimnis konnte Erich Tauber bisher allerdings nicht lüften. Es geht um eine Frau, die als Flüchtlingsmädchen nach dem Krieg nach Moisburg gekommen ist und heute angeblich für ein großes US-Magazin arbeitet. „Über die Dame findet sich in den Aufzeichnungen keine Zeile, vielleicht lüftet sich diese Rätsel ja mit der Bearbeitung der neuen Akten“, sagt Erich Tauber.
Für die Arbeit im Archiv sucht Erich Tauber noch Unterstützung. Wünschenswert wären Helfer, die sich mit Computern auskennen. Wer Interesse hat, schreibt eine E-Mail an erich.tauber@t-online.de.