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Ein Pädagoge aus Leidenschaft geht

Dirk Stoßmeister
gb. Hollenstedt. Zwölf Jahre leitete er die Glockenbergschule in Hollenstedt. Jetzt geht Dirk Stoßmeister in den wohlverdienten Ruhestand. „Weil ich immer gerne Lehrer gewesen bin, habe ich meine Pensionierung nicht herbeigesehnt“, sagt der 65-Jährige. Dabei klingt etwas Wehmut in seiner Stimme.
In den Schuldienst trat Dirk Stoßmeister am 1. August 1977 ein. Zuvor studierte er Deutsch und Sport für das Lehramt. Die Grund- und Hauptschule in Hittfeld war für zwei Jahre die erste Station des Junglehrers Stoßmeister. Im Jahr 1979 wechselte er für fünf Jahre an die Grund- und Hauptschule in Nenndorf. In der Zeit von 1984 bis zum Jahr 2004 war Dirk Stoßmeister an der Orientierungsstufe in Meckelfeld tätig, an der er als Konrektor wirkte. Nach der politisch gewollten Auflösung der Orientierungsstufen folgte der beliebte Lehrer seinem Freund und Mentor Horst Fuhrmann. Gemeinsam wechselten die beiden Lehrerkollegen nach Hollenstedt. Der inzwischen pensionierte Horst Fuhrmann übernahm die Leitung der Estetalschule, Dirk Stoßmeister die der Glockenbergschule.
Die Abschaffung der Orientierungsstufe war sowohl für die beiden Lehrer, wie auch für die Hollenstedter Schulen eine Zäsur und ein Neuanfang. Aus der Glockenbergschule, die bis dato eine Grund- und Hauptschule mit angegliederter Orientierungsstufe war, wurde eine reine Grundschule. Die Estetalschule, die heute als Oberschule geführt wird, wurde zu einer eigenständigen Haupt- und Realschule. Dass Dirk Stoßmeister und Horst Fuhrmann ihre bewährte enge Zusammenarbeit fortsetzen konnten, war für das Schulleiter-Duo ein Glücksfall. "Wir haben eine Reihe sinnvoller Rituale zusammen erarbeitet", sagt Dirk Stoßmeister stolz. Der gute Kontakt zu Schülern und Eltern sowie eine gute Kooperation mit allen Bediensteten der Schule waren ihm dabei besonders wichtig. Dirk Stoßmeister entwickelte und initiierte mit seinem Kollegen den Hollenstedter Schulverein, ein Streitschlichterkonzept, die Nachmittagsbetreuung von Schülern mit dem Mittagstisch und einer Hausaufgabenbetreuung, für den großer Bedarf besteht.
Als Beratungslehrer mit über 20-jähriger Erfahrung stand er Schülern, Kollegen und Eltern bei Problemen zur Seite. Nur bei einem Thema wird der sonst so ruhige und ausgleichende Schulleiter ungehalten: „Meine große Befürchtung ist die, dass die Ideen der Inklusion und die Eingliederung von Flüchtlingskindern aufgrund mangelnder personeller und finanzieller Resourcen auf Dauer scheitern werden“, sagt Dirk Stoßmeister.
Der Zeit nach dem aktiven Dienst sieht der Pädagoge aus Leidenschaft mit viel Respekt entgegen. Denn dann wird ihm, wie er sagt, auch ein Teil seiner Identifikation fehlen. Und womit will der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kindern künftig seine Zeit verbringen? „Die Familie steht für mich ganz oben, außerdem möchte ich alte Freundschaften intensiver pflegen, mich unserem Haus widmen, mich sportlich betätigen und viel lesen“, sagt der künftige Pensionär. Dass sein Sohn Ben praktisch zeitgleich mit dem Ausscheiden des Vaters aus dem Lehramt in den Schuldienst eintritt, erfüllt den Vater mit großem Stolz.
• Dirk Stoßmeister wird am Mittwoch, 27. Januar, um 11.30 Uhr in der Aula der Estetalschule feierlich in den Ruhestand verabschiedet.