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Erfolgreiche Aue-Renaturierung im Estetal

Bei dr Enthüllung der Tafel (v. li.): Dr. Berthold Hohmann (Heimat- und Verkehrsverein Estetal), Silke Hiller (Landkreis Harburg), Ludwig Hauschild (Vorsitzender Heimat- und Verkehrsverein) und Moisburgs Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens (Foto: oh)
bim/nw. Moisburg. Zum Schutz wichtiger Lebensräume für Tiere und Pflanzen müssen unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft bei großen Bauvorhaben durch Naturschutzmaßnahmen ausgeglichen oder ersetzt werden. Bereits seit 2010 bietet die Naturschutzabteilung des Landkreises Harburg dazu einen Kompensationsflächenpool auf derzeit 93,58 Hektar an. Die Ausgleichsflächen werden schon vor Eingriffen kontinuierlich entwickelt. Eines der Vorzeigegebiete innerhalb des Pools ist die rund zehn Hektar große Aue- und Niedermoorlandschaft im Estetal bei Podendorf. Um dieses vorbildliche Renaturierungsprojekt, das direkt an den Estewanderweg anschließt, Ausflüglern und Bürgern vorzustellen, wurde kürzlich eine Infotafel eingeweiht.
Seit dem Kauf des damals noch intensiv bewirtschafteten Grünlands haben die Renaturierungsmaßnahmen an den Ufern der Este und des Nebenbachs einiges für die Tier- und Pflanzenwelt bewirkt. Durch den Rückbau von Entwässerungsgräben, einer Anhebung des Grundwasserspiegels und der Umstellung auf extensive Landwirtschaft wurde eine typische Flussauenlandschaft mit flachen Senken wiederhergestellt. Sie bietet wieder gute ökologische Entwicklungsbedingungen für die vorherrschenden Niedermoorböden.
Die Verlängerung und Herstellung eines naturnahen Nebenbachbetts führte zur Wiederansiedlung einer natürlichen Pflanzenwelt. Und schon im Dezember 2010 kehrten die ersten laichenden Forellen zurück. Zum Schutz ihrer Laichgründe wurde entlang der Este ein zehn Meter breiter Gewässerrandstreifen ausgewiesen, der dauerhaft nutzungsfrei bleibt. Auf Teilstrecken engen Steinschüttungen und ein neu angelegtes Laichbett das Gewässer ein.
Mit der erfolgreichen Aue-Renaturierung bei Podendorf erreicht der Landkreis gleich mehrere Ziele: Neben der ökologischen Aufwertung des Gebiets führen die Maßnahmen zu einer Verringerung der Hochwassergefahr, sie dienen dem Klimaschutz und der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.