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„Es ist ihre Heimat, die sich verändert“

Informierte über das Regionale Raumordnungsprogramm: Carsten Peters

Energiewende führt zu Verspargelung der Landschaft – Stromtrasse und Fracking nicht ausgeschlossen

gb. Hollenstedt. Kreisweit könnte Hollenstedt die Samtgemeinde mit der größten Dichte an Windkraftanlagen werden. Voraussetzung dafür ist die zu erwartende Zustimmung des Kreistages. Das gab Carsten Peters, Leiter der Raumordnung beim Landkreis Harburg, auf einer Informationsveranstaltung zum Regionalen Raumordnungsprogramm im Holveder Gasthaus Heins bekannt. Die Anzahl der tatsächlich entstehenden Rotoren steht zwar in Abhängigkeit von deren Höhe im Verhältnis zur ausgewiesenen Fläche. Dennoch gibt es erste Prognosen. Danach könnten in der Gemeinde Appel zwei zusätzliche Windräder gebaut werden. Die Gemeinde Halvesbostel könnte drei Generatoren erhalten. Im Bereich der Stellheide wären vier Windräder möglich. Am stärksten dürfte die Verspargelung der Landschaft in der Gemeinde Regesbostel ausfallen. Hier stehen fünf Windkraftanlagen in Rede. Eine Bestandssicherung gilt für den Bereich Wennerstorf, wo ein „moderates“ Repowering (das Ersetzen alter Anlagen durch neue mit höherem Wirkungsgrad) in Betracht kommt.

Insbesondere bei den Bürgern von Regesbostel regt sich Widerstand gegen diese Planungen. Diese kleine Gemeinde könnte nämlich künftig von gleich vier Seiten von Windrädern umstellt werden. Mit den Worten „es ist ihre Heimat, die sich verändert“, animierte Carsten Peters deshalb nicht nur die rund 70 Versammlungsteilnehmer, sondern alle Bürger, sich aktiv in das Planungsverfahren einzubringen. Entsprechende und begründete Eingaben an den Landkreis sind während des Auslegungszeitraums Juni/Juli direkt oder über die jeweilige Gemeinde möglich. Weitergehende Informationen über das Regionale Raumordnungsprogramm gibt es unter www.landkreis-harburg.de und der zusätzlichen Eingabe des Begriffs „rrop2025“ im entsprechenden Suchfeld.

Der Bau größerer Stromtrassen seien derzeit für den Samtgemeindebereich nicht geplant. Dies könnte sich jedoch ändern, falls die geplante Nord-Süd- Präferenztrasse und Hauptschlagader der Energiewende „SuedLink“ nicht realisiert werden kann. Für diesen Fall liegen Pläne einer Ersatzvariante in der Schublade. Kämen diese zum Tragen, würde der SuedLink von Rahmstorf kommend durch den Stuvenwald geführt werden. Auch zum Fracking gibt es keine völlige Entwarnung für die Samtgemeinde Hollenstedt. Hier sprach Carsten Peters lediglich von einem „weitgehenden Ausschluss“. Ein völliger Ausschluss des Frackings sei hingegen nicht möglich. „Wir können lediglich den Ausschluss des Ablaufs von Stoffen ins Grundwasser verfügen, alles Weitere liegt nicht in der Zuständigkeit des Landkreises, der nur oberirdisch und damit nur indirekt regeln kann“, so Carsten Peters weiter. Bioenergie sei hingegen flächendeckend, wenngleich mit Ausnahmen und Vorbehalten möglich.

Entgegen dem landesweiten Trend liegt, so Carsten Peters, die Bevölkerungsprognose für den Landkreis im Wachstumsbereich. Der demographische Wandel trifft die Region dennoch. Bei der Altersstruktur liebt die Samtgemeinde Hollenstedt im Mittel des Landkreises. Die Zahl der über 65-Jährigen liegt hier derzeit bei 21 Prozent, von einer Steigerung um weitere sechs Prozent wird ausgegangen. Prognostiziert wird eine Abwanderung aus kleineren, schlechter versorgten Orten zu Gunsten von Versorgungszentren. „Wir brauchen deshalb Grundzentren wie Hollenstedt mit allen Funktionen der Nahversorgung“, sagt Carsten Peters.