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Geisterbus oder Erfolgsmodell?

Liegt auf der Strecke des Shuttlebusses: der Museumsbauernhof in Wennerstorf

Freizeitshuttle des Regionalpark Rosengarten macht trotz Kritik auch künftig keinen Bogen um Hollenstedt 



gb. Hollenstedt. Knapp 5.000 Personen und 1.400 Fahrräder hat der Freizeit-Shuttle des Regionalparks Rosengarten in der Saison 2013 von Juli bis Oktober befördert. So die Zahlen des Park-Managements. Der Bus soll auch in diesem Jahr fahren, doch dle meisten Bürgermeister in der Samtgemeinde Hollenstedt zahlen dafür - wenn überhaupt - nur noch zähneknirschend Geld aus der Gemeindekasse.
Ihre Vermutung: Für Hollenstedt bringt der Shuttle nichts. Die meisten Tagestouristen nutzen ihn, um zum Kiekeberg-Museum und dem Wildpark Schwarze Berge zu kommen. In Hollenstedt spricht man so bereits von einem „Geisterbus“. Der Eindruck kann gegenwärtig nicht widerlegt werden. Denn für das Pilotprojekt fehlen die Fahrgastzahlen für die einzelnen Streckenabschnitte. Zahlen gibt es nur für das Gesamtprojekt.
„Wir sehen das Projekt als Ganzes und nicht in Teilstrecken“, sagt dazu Regionalpark-Geschäftsführer Uwe Rennwald. Das hat Folgen.
„Wir fördern den Shuttlebus vorerst nicht weiter“, so Appels Bürgermeister Reinhard Kolkmann. Negativ steht auch die Gemeinde Drestedt dem Projekt gegenüber. „Wir werden 2014 zwar mitmachen, erwarten jedoch vom Regionalpark-Management, dass die Kosten gedeckelt werden“, erklärt Bürgermeister Thorsten Raid. Diese Deckelung ist in Hollenstedt bereits beschlossene Sache: Statt bislang 3.000 Euro bewilligte man hier nur noch 1.000 Euro für die Saison 2014. "Selbst das war eine äußerst knappe Entscheidung", sagt Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme.
In dieser Saison zwar noch mitmachen, aber „nicht länger aus dem Bauch heraus entscheiden“ will Wenzendorfs Bürgermeister Manfred Cohrs. Als nicht gerecht bezeichnet Cohrs wie auch seine Samtgemeinde-Amtskollegen den Kostenverteilerschlüssel, der kleinere Gemeinden finanziell benachteilige.
Ohne Auflagen sprach sich lediglich die Gemeinde Moisburg für das Projekt aus. "Wir stehen hinter dem Shuttle und wollen es mindestens noch ein Jahr versuchen", sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens. Das sei einstimmiger Ratsbeschluss. Im Übrigen wäre ein Nein zum Shuttle auch zu kurzfristig für die örtliche Gastronomie.
Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers zeigt sich froh darüber, dass der Shuttle auch im Jahr 2014 keinen Bogen um die Samtgemeinde machen wird. Unerlässlich, so Albers, sei jedoch eine fundierte Fahrgastbefragung in diesem Jahr. Ob das Projekt auch über die kommende Saison weitergeführt wird, ist nach wie vor offen. Die Entscheidung darüber wird nicht zuletzt von den Fahrgastzahlen abhängig sein.
• Der Freizeitbus fährt vom 5. Juli bis zum 5. Oktober an Wochenenden und Feiertagen zwischen 9 und 19 Uhr zwischen Neugraben und Buchholz über Rosengarten und Hollenstedt. Der Fahrplan steht unter www.regionalpark-rosengarten.de