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Hochwasserschutz von morgen: Klimaanpassung Einzugsgebiet Este-Anpassungskonzept liegt vor

Hans-Hermann Bode, Monika Scherf, Gunnar Peter, Prof. Heinrich Reincke, Heide Stephani-Pessel, Prof. Peter Fröde, Michael Nyveld (Stadtrat Buxtehude) und Josef Oberhofer (v.li.) bei der Vorstellung des KLEE-Konzeptes

KLEE-Verbund legt Konzept zur Klimaanpassung im Einzugsgebiet der Este vor

gb. Hollenstedt.“Perspektiven für die Este von morgen“. So lautet der Titel des KLEE (Klimaanpassung Einzugsgebiet Este)-Anpassungskonzepts, das Bausteine an den Klimawandel von morgen enthält. Auf der von Prof. Heinrich Reincke moderierten Abschlussveranstaltung in der Hollenstedter Estetalschule wurde nun ein 100 Seiten starkes Werk vorgestellt, das auf drei Jahren wissenschaftlicher Arbeit basiert. In der dezidierten Arbeit ging es um die Frage, wie das 365 Quadratkilometer große Este-Einzugsgebiet vor Überflutungen durch den 45 Kilometer langen Fluss geschützt werden kann. „Hochwasser- und Gewässerschutz haben die größere Aufmerksamkeit verdient“, sagte die Erste Kreisrätin des Landkreises Harburg, Monika Scherf, in ihrer Eröffnungsrede.

In dem Projekt arbeiten die Landkreise Harburg und Stade sowie die Hansestadt Buxtehude eng mit dem Institut für Wasserbau der Technischen Universität Hamburg (TUHH) zusammen. Dessen Mitarbeiter Professor Dr. Peter Fröhle und Dipl.-Ing. Josef Oberhofer referierten über die Entwicklung eines kreisübergreifenden integrierten Anpassungskonzeptes.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf zwei Problemen: dem zeitweiligen Hochwasser und dem Eintrag von Sedimenten. Beide Phänomene sind durch menschliche Eingriffe in das ursprüngliche Flusssystem verursacht. Die Folgen des Klimawandels werden die bestehende Problematik generell, insbesondere aber im tidebeeinflussten Unterlauf der Este noch weiter verschärfen. So wird beispielsweise von einem Anstieg der kritischen Hochwasserlage von derzeit 50 Tagen auf 95 Tage pro Jahr ausgegangen. Höhere Hochwasser könnten sich demnach bis zum Ende des 21. Jahrhunderts im Dezimeterbereich bewegen.

Als konkrete Handlungsmaßnahmen hinsichtlich des Hochwasserschutzes empfiehlt das KLEE-Konzept die Erstellung von Hochwasserrückhaltebecken im Einzugsgebiet der Oberen Este, sowie die Schaffung von gesteuertem Rückhalteraum in der Marsch. Eine weitere sehr hohe Priorität wird der Sedimentproblematik zugeschrieben. Hier soll eine „angepasste ressourcenschonende Landbewirtschaftung“ und eine Erhöhung der Sohlrauheit der Este gegensteuern.
Auf entsprechende Finanzierungsprogramme und Fördermittel wies Heide Stephani-Pessel vom Projektträger Jülich (Forschungszentrum Jülich) hin.

Gunnar Peter regte zudem die Entwässerung bereits versiegelter Flächen unter Berücksichtigung von Altlasten, sowie die Erstellung von Gewässerrandstreifen an. Der Leiter der Abteilung Boden, Luft und Wasser beim Landkreis Harburg rechnet jedoch in Anbetracht bisher fehlender rechtlicher Grundlagen mit „dem Bohren dicker Bretter“. Dies auch, zumal es bisher weder Projektträger noch konkrete Finanzierungen gibt. Zusätzlich geht Gunnar Peter davon aus, dass „lokale Sichtweisen und Interessen den Prozess nicht einfacher machen“.

Darauf, dass der Gesetzgeber zur Beschleunigung von Verfahren zum Hochwasserschutz auch Vorkaufsrechte und Enteignungen plant, wies Hans-Hermann Bode, Kreisbaurat im Landkreis Stade hin. Hierzu liegt allerdings bisher kein planungsrechtliches Instrumentarium vor.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema gibt es unter www.klee-este.de sowie unter www.ptj.de beim Projektträger Jülich.