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Keine Lösung in der Asylantenfrage

Reinhard Kolkmann (li.) und Hartmut Prahm am Rednerpult

Appeler Bürger suchen Alternativen zur geplanten Unterbringung von 50 Flüchtlingen

gb. Appel. In dem 415-Seelen-Dorf Appel (Samtgemeinde Hollenstedt) verschärft sich der Bürgerprotest gegen die geplante Einrichtung einer Asylbewerberunterkunft. Das wurde anlässlich einer Einwohnerversammlung im örtlichen Feuerwehrhaus deutlich. Bestürzung und Unverständnis machte sich unter den über 150 Anwesenden breit, als Bürgermeister Reinhard Kolkmann (Bündnis für Appel) dort diese Hiobsbotschaft überbrachte: „Der Landkreis zeigt großes Verständnis für unsere Lage, wird jedoch die Planung nicht stoppen.“

Auf Solidarität in dieser brisanten Frage können die Appeler offenbar auch nicht bauen. Denn nach den Worten Kolkmanns verlief eine samtgemeindeweite Bürgermeisterkonferenz ohne Ergebnis. Keine der sieben Mitgliedsgemeinden äußerte dabei Alternativvorschläge für die Unterbringung der durchweg männlichen Flüchtlinge aus Krisengebieten. Das alleine Appel 50 von ihnen übernehmen soll, während das Kontingent der ganzen Samtgemeinde bei 30 aufzunehmenden Personen liegt, lässt die Wellen im Dorf zusätzlich hochschlagen.

Eine Alternative erhoffen sich die Appeler von der Errichtung eines Containerdorfes in Hollenstedt. Einer Maßnahme, die auch der Kreis mittragen könnte, der auf leichter zu betreuende Sammel- statt auf Einzelunterkünfte setzt. Hollenstedt böte die erforderliche Infrastruktur für die Eingliederung der Asylbewerber. Und mit freien Grundstücken im dortigen Gewerbegebiet wäre aus Appeler Sicht auch der entsprechende Raum vorhanden. „Das Gewerbegebiet steht dafür nicht zur Verfügung“ erklärt dazu Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) auf Wochenblattanfrage. Zwar sähe man die Problematik, müsse jedoch im Rat über mögliche Alternativen nachdenken.

Zwei Monate hat man in Appel nun Zeit auf den bereits gestellten Bauantrag auf Umwandlung des leerstehenden Altenheims in eine Sammelunterkunft zu reagieren. „Ich werde dem Rat empfehlen, diese Zustimmung nicht zu erteilen“, sagt Reinhard Kolkmann. Derweil denkt man in Appel zur Verhinderung der Asylunterkunft auch laut über den gemeinschaftlichen Ankauf des betreffenden Objektes an der Kreisstraße nach. Eine „Ausländer-raus-Stimmung“ herrscht in Appel bisher nicht vor. „Wir halten uns an demokratische Spielregeln“ sagt Hartmut Prahm vom neuen „Bügerzusammenschluss Appel“. Dessen Grundhaltung beinhaltet den Blick auf beide Seiten. Bürger und mögliche Neubürger. Und für beide sei die bisher angepeilte Unterkunft eine „soziale Katastrophe“. Deshalb wollen die Appeler nun der Samtgemeinde Hollenstedt eine Prostestnote überbringen.