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Kommt der „Suedlink“ ?

"Nichts ist entschieden", warnen Carsten Peters (li.) und Torben Ziel vom Landkreis Harburg

Alternativtrassen der Stromautobahn könnte auch hiesige Bürger elektrisieren

gb. Hollenstedt. Die geplante Gleichstromtrasse „Suedlink“ könnte auch die Bürger der Samtgemeinde Hollenstedt elektrisieren. Denn die im Rahmen der Energiewende von Wilster in Schleswig-Holstein ins bayrische Grafenrheinfeld geplante „Stromautobahn“ könnte als Alternativtrasse auch durch das Gebiet der Samtgemeinde führen. Die Wahrscheinlichkeit dieses Falles wird vom Netzbetreiber Tennet und dem Landkreis Harburg jedoch unterschiedlich bewertet. Das wurde innerhalb der Sitzung des Umweltausschusses der Samtgemeinde deutlich. Folgende Varianten stehen in der Planung: Als Vorzugstrasse gilt derzeit die durch den Landkreis Rotenburg führende A1-A27-Trasse. Sie würde über Dollern, Ahlerstedt, Scheeßel, und Zeven weiter nach Walsrode führen. Zu dieser Trasse fand, anders als im Landkreis Harburg, ein Bürgerbeteiligungsprozess statt. Ein Umstand, der von Carsten Peters und Torben Ziel von der Kreisentwicklung des Landkreises Harburg mit den Worten „das ist für uns kein klassisches Beteiligungsverfahren“ kritisiert wurde. Als durch Samtgemeindegebiet führende Alternativtrassen stehen die Routen Moisburg – Heidenau – Wistedt - Otter („Variante 115“) / Wistedt – Fintel („Variante 073)“, sowie Elstorf – Eversen-Heide – Rade – Welle („Variante 69“) in Rede. Während Tennet-Vertreter Matthias Wantia davon ausgeht, dass diese beiden Alternativkorridore „wahrscheinlich wegfallen“, warnt Carsten Peters „ es ist nichts entschieden, jede Trasse ist noch im Spiel.“ Grund für diese unterschiedlichen Einschätzungen ist die Stellung der Bundeswehr in dieser Angelegenheit. Sie betreibt den Truppenübungsplatz Bergen sowie die Radaranlage Visselhövede, und lehnt deren Querung, die im Verlauf der Varianten 69 und 115 vorgesehen ist, ab. Die Einschätzung von Carsten Peters dazu lautet wie folgt: Auch wenn die Bundeswehr eine starke Stimme hat, wird die Entscheidung durch die Bundesnetzagentur aus Sicht des gesamten Trassenverlaufs getroffen. Insofern werden auch die großen kommunalpolitischen Vorbehalte, z.B. in Südniedersachsen und Hessen die Trassenentscheidung beeinflussen können.
Klar ist bislang nur, dass der Suedlink laut Energiewendegesetz bis 2022 in Betrieb genommen werden soll. Der Trassenverlauf soll an Freileitungen oder Autobahnen gebündelt werden. Zu Siedlungsbebauung ist ein Abstand von 400 Metern bei Freileitungen einzuhalten. Die Masten des Suedlinks werden mit einer Höhe zwischen 60 und 70 Metern geplant. Die erheblich teurere Verlegung von Erdkabeln ist nur in „unabdingbaren“ Bereichen vorgesehen. Weitergehende Informationen zu diesem Thema auch unter www.landkreis-harburg.de/suedlink .