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Mit Humor und Nachbarschaftsgesetz

Herbert Brockmann

Schiedsmann Herbert Brockmann scheidet nach 17 Jahren aus Altersgründen aus dem Amt

gb. Hollenstedt. Das Nachbarrechtsgesetz und eine große Portion Humor waren seine Verbündeten, wenn zwischen Maschendrahtzaun und Knallerbsenstrauch der Segen schief hing. Nach 17 Jahren erfolgreicher Tätigkeit legte Herbert Brockmann sein Ehrenamt als Schiedsmann nieder. Der 84-jährige Hollenstedter stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl. Knapp 60 Fälle löste der älteste Schiedsmann des Amtsgerichtsbezirks Tostedt in der Gesamtzeit seines Ehrenamtes in einem Schlichtungsverfahren. Die meisten davon waren Nachbarschaftsstreitigkeiten. „In diesem Zimmer hat eigentlich niemand Widerspruch eingelegt.“ Mit diesen Worten eröffnete Herbert Brockmann gerne seine Verhandlungen, die üblicherweise im Trauzimmer des Hollenstedter Standesamtes stattfanden. Hinzu kamen drei bis vier sogenannte „Tür- und Angelfälle“. Streitigkeiten auf diese Art bereits im Vorwege eines offiziellen Schlichtungsverfahrens zu befrieden, waren dem pensionierten Bankdirektor eine besondere Genugtuung.

Kriselt es an der Grundstücksgrenze, sieht Herbert Brockmann die häufigste Ursache in der fehlenden Kommunikation. Deshalb empfindet er es als den schlimmsten Fehler, wenn es keine persönlichen Gespräche unter Nachbarn gibt. Sätze wie, „wenn ich den schon sehe, gehe nicht mehr in den Garten“, hält er für pures Gift. Manche Leute wollen es ihrem Nachbarn mal so richtig zeigen, erkennen in ihrem Tun jedoch nicht das Nachbarrechtsgesetz, das das Miteinander zwischen den Gartenzäunen regelt, so Brockmann. Und was rät der erfahrene Schiedsmann Nachbarn, die einander nicht grün sind? „Sich schlicht und ergreifend sich einfach zum Kaffeetrinken einzuladen, und dabei über das bestehende Problem zu reden“, sagt Herbert Brockmann und lächelt dabei entwaffnend.