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Netzwerkgruppe Asyl erarbeitet Strukturen

Monika Fiske (li.) und Beate Winter, deren Eingliederungstipps viel Respekt und Beifall gezeugt wurde
 
Blick in die Teilnehmerrunde im Küsterhaus

Hollenstedter Willkommenstruktur basiert auf Suerhoper Eingliederungstipps - Containerdorf in Planung

gb. Hollenstedt.. Im Hollenstedter Küsterhaus fand ein erstes öffentliches Treffen der Netzwerkgruppe Asyl, an dem sich rund 30 Personen beteiligten, statt. Dessen Teilnehmer setzten sich aus Vertretern von Politik, Vereinen und Verbänden, der Polizei sowie interessierten Bürgern zusammen. Für den Landkreis Harburg stand dessen Integrationsbeauftragte Ute Köchel Rede und Antwort. Sie musste allerdings auch Kritik über die „schleppende Informationspolitik des Landkreises“ mit nach Harburg nehmen. Sinn und Zweck der Netzwerkgruppe formulierte Samtgemeindebürgermeister Heiner Albers, der die Veranstaltung moderierte, so: Wir wollen eine Willkommenstruktur für Flüchtlinge vorbereiten, und dabei nicht nur professionelle Betreuung wirken lassen, sondern die Menschen, die zu uns kommen, auf vielfältige Weise einbinden.“

Wertvolle Hinweise dazu lieferten die Suerhoperinnen Monika Fiske und Beate Winter, die über Erfahrung mit der Betreuung von Asylsuchenden verfügen. „Um das Rad nicht ständig neu erfinden zu müssen, wünschen wir uns endlich einen Punkteplan des Landkreises“, erklärte Beate Winter. Mit einem gängigen Vorurteil räumte Monika Fiske auf.: „Die Asylbewerber wollen nicht herumlungern, sie wollen sich einbringen und wollen etwas tun“. Fiske weiß worüber sie redet. Sie beherbergt in ihrer ehemaligen Pension bereits 20 Flüchtlinge. Auf der Basis ihrer konkreten Eingliederungstipps werden jetzt in Hollenstedt Strukturen erarbeitet. Dabei geht es sowohl um die Einrichtung von Sprechstunden in der Verwaltung, wie auch um Patenschaften. Ehrenamtliche Helfer sollen mit ihrem Engagement den Flüchtlingen Orientierung in ihrer neuen Umgebung geben, sie zu Behörden, Anwälten und Ärzten begleiten. Arztpraxen und Geldinstitute sollen gebeten werden, sich auf die notwendigen Abrechnungsmodalitäten und die Einrichtung von Konten für Asylbewerber einzustellen. Großen Raum soll der Bildung eingeräumt werden. Hier geht es um Sprachunterricht auf Volkshochschul- und ehrenamtlicher Basis. Ferner um Möglichkeiten zur Erlangung von Schulabschlüssen. Außerdem sollen Angebote für gemeinnützige Arbeit und Tätigkeitsfelder im Rahmen von Ein-Euro-Jobs erschlossen werden. Im Freizeitbereich sind vor allem die Sportvereine mit Fußballangeboten für die überwiegend jungen Männer aus Krisengebieten gefragt. Für Sachspenden soll eine Kleiderkammer eingerichtet werden, in der auch Fahrräder und Sportgeräte angenommen und ausgegeben werden. Ein weiteres Augenmerk gilt dem Abbau der Bürokratie. Dazu wünscht sich Heiner Albers eine teilweise Aufgabenübertragung vom Kreis auf die Samtgemeinde. So benötigen Asylbewerber, die das Kreisgebiet verlassen wollen um beispielsweise Fachanwälte für Asylrecht in Hamburg oder Bremen aufzusuchen, eine Genehmigung des Landkreises. Allerdings beißt sich hier die Katze in den Schwanz, denn allein der Weg von Hollenstedt nach Winsen führt mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Hamburger Stadtgebiet. „In all diesen Fragen wollen wir auch mit den Netzwerken anderer Gemeinden zusammenarbeiten“, sagte Heiner Albers.

Über den neuesten Sachstand in der Unterbringungsfrage Asylsuchender informierten die Bürgermeister aus Appel und Hollenstedt. Reinhard Kolkmann (BfA) berichtete, dass voraussichtlich Ende März zehn Personen in das „Deutsche Haus“ einziehen werden. Hier gäbe es die Option binnen Jahresfrist noch vier weitere Menschen unterzubringen. Nach Angaben von Jürgen Böhme (CDU) sind in Hollenstedt derzeit zwei Objekte in der Prüfung. Dabei handelt es sich um ein in Privatbesitz befindliches Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten sowie ein Containerdorf in dem über 40 Menschen beherbergt werden können. Als möglicher Standort hierfür ist ein Gelände an der Diestorfer Straße in Höhe der Tennishalle im Gespräch.

Aktuelle Informationen über die jeweiligen Beratungsergebnisse werden unter www.hollenstedt.de veröffentlicht. Zudem sollen alle Bürger schriftlich zu diesem Thema informiert werden. Ebenfalls geplant ist eine große öffentliche Informationsveranstaltung. Während es hierfür noch keinen konkreten Termin gibt, steht das nächste Treffen der Netzwerkgruppe fest. Es findet am Mittwoch, 26. Februar, um 19.30 Uhr im Küsterhaus Hollenstedt statt.