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Otto Thiele ist verstorben

Otto Thiele in der Straße im Hollenstedter Gewerbegebiet, die nach ihm benannt wurde (Foto: archiv)

Erster Ehrenbüger und Bundesverdienstkreuzträger wurde 95 Jahre alt

gb. Hollenstedt. Hollenstedts erster Ehrenbürger und ehemaliger Bürgermeister Otto Thiele ist tot. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande verstarb am 21. Juli im gesegneten Alter von 95 Jahren. Das Wirken des Verstorbenen prägte die Gemeinde Hollenstedt entscheidend. Otto Thiele war von 1968 bis 1996 Mitglied des Gemeinderates. Von 1981 bis 1994 lenkte er als Bürgermeister die Geschicke des Ortes. Von 1972 bis 1996 engagierte sich Otto Thiele als Mitglied des Samtgemeinderates. In dieser Zeit gehörte der CDU-Politiker, teils als Vorsitzender, den verschiedensten Fachausschüssen an. Sein besonderes Steckenpferd war die Kanalisierung von Samtgemeinde und Gemeinde, was ihm den inoffiziellen Titel „Abwasserpapst“ einbrachte. Maßgeblich war Otto Thiele auch an der Entstehung des Hollenstedter Sportzentrums, zu dem auch das Freibad zählt, und der Organisation der Renovierung des Küsterhauses beteiligt. Durch sein Wirken erwarb er sich Sympathien und große Wertschätzung. Sichtbares Zeichen dessen ist die nach ihm bereits zu Lebzeiten benannte Otto-Thiele-Straße im Gewerbegebiet Hollenstedt, an dessen Planung er federführend mitwirkte.
Für den Ausbau der Patenschaft mit dem 3. Artillerieregiment Stade wurde ihm 1993 das Ehrenkreuz in Gold, die höchste Auszeichnung für Zivilpersonen der Bundeswehr verliehen.
Der gelernte Kaufmann wurde am 10. Juni 1918 in Tating (Schleswig-Holstein) geboren. Im Lauf seines beruflichen Lebens wurde Otto Thiele Landwirt, Landwirtschaftsmeister und Gastwirt. Mit seiner Frau Käthe, mit der er von 1946 bis zu ihrem Tod 2002 verheiratet war, baute er den „Gasthof Emmen“ zu einem beliebten Ausflugslokal auf.
Neben seinem politischen und gesellschaftlichen Engagement widmete sich Otto Thiele zahlreichen Vereinen. Er war Mitbegründer des Maschinenrings Harburg, Mitglied der Seniorenunion, der Schützenvereine Hollenstedt und Moisburg, des Heimat- und Verkehrsvereins Estetal, des Reit- und Fahrvereins sowie des Fördervereins des Freibades und Fördermitglied des Hollenstedter Frauenchores.
Otto Thiele war es vergönnt, bis zuletzt regen Anteil an politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu nehmen. Darauf, Diskussionsrunden und Sportsendungen im Fernsehen zu verfolgen, legte er auch im hohen Alter allergrößten Wert. Als sportlich disziplinierter Mensch absolvierte er tägliche Übungen und regelmäßige Ausflüge zum Schwimmen.
Seine letzten Lebensjahre mit seiner neuen Partnerin Luise zu verbringen, empfand der Verstorbene als das große Glück seines Alters.
Otto Thiele galt als Mensch mit Prinzipien, der stolz auf das von ihm Erreichte gewesen ist.
Er hinterlässt zwei Söhne, eine Tochter, zwei Schwiegertöchter und sechs Enkel. Voller Freude konnte er an seinem 95. Geburtstag Urenkelin Zoe in den Armen halten.
Familie, Freunde und Wegbegleiter nehmen am Dienstag, 30. Juli, um 13 Uhr in der Hollenstedter Kirche Abschied von Otto Thiele.