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Schülerinnen waren beim "Schnulleralarm" Mütter auf Zeit

Schnulleralarm in der Estetalschule. (v. li) : vorne Roswitha Schmehl, Nici, Marie, Lia, Coralie (alle 16) Coralie Graffelmann; hinten: Tami (16), Sophie (15) Hauke Brinckmann und Olga (16)
gb. Hollenstedt. Als Mütter auf Zeit betätigten sich sechs Schülerinnen der Hollenstedter Estetalschule. Vier Tage und drei Nächte lang waren die 15- und 16-jährigen Mädchen für das Wohlergehen von Puppen verantwortlich, deren realitätsnahe Bedürfnisse es rund um die Uhr zu befriedigen galt. Via elektronischem Armband erkennen die Säuglingssimulatoren ihre Bezugsperson, der sie vor allem kurze Nächte bescherten. Denn diese Babypuppen wollen ebenso umsorgt werden wie kleine Menschenkinder. Klappt es nicht mit dem Füttern, Windeln und Wiegen, machen die Babyattrappen, die atmen, husten, sich verschlucken und Bäucherchen machen können, mit Weinen oder lautem Geschrei auf sich aufmerksam. Keine leichte Aufgabe also, der sich die Zehntklässlerinnen beim "Schnulleralarm" freiwillig stellten.
Das Projekt wurde initiiert vom Diakonischen Werk Winsen. Die Sozialpädagoginnen Coralie Graffelmann und Roswitha Schmehl brachten die 3,5 Kilo schweren Simulatoren an die Estetalschule. In Krisensituationen standen sie den Mädchen nicht nur tagsüber, sondern auch nachts am Notfalltelefon zur Verfügung.
"Das Projekt zeigt, dass man es nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, ein Kind zu bekommen", resümiert die 16-jährige Nici. "Man braucht Selbstbewusstsein und Disziplin, um an dem Projekt teilzunehmen", ergänzt die 15-jährige Sophie. Denn neben den anstrengenden Nächten galt es auch es auszuhalten, wenn die Übungssäuglinge in der Öffentlichkeit schreien. "Dafür war es schön, wenn die Kinder gelacht oder geschlafen haben", freut sich Tami (16).
Während des Schnulleralarms durften die Mütter auf Zeit ihre Kinder einen Tag mit in den Unterricht nehmen. An einem der Projekttage informierte eine Hebamme die Schülerinnen über Schwangerschaft und Geburt, auch das Thema Verhütung kam nicht zu kurz. „Die Schülerinnen identifizieren sich mit dem Projekt, das ihnen Vorbereitung für ihr späteres Leben bringt, und helfen soll, sie vor einer Schwangerschaft im jugendlichen Alter zu bewahren“, sagt Schulleiter Hauke Brinckmann.