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Stauden- und Baumgräber im Kommen

Doris Peckruhn kümmert sich zum gleich zwei Familiengräber

Samtgemeinde will alternative Bestattungsformen einführen – Kirche geht ebenfalls neue Wege

gb.Hollenstedt. Dem Wandel in der Bestattungskultur will nun auch die Samtgemeinde Hollenstedt Rechnung tragen. Deshalb sollen auf den samtgemeindeeigenen Friedhöfen in den Gemeinden Halvesbostel, Rahmstorf und Regesbostel pflegefreie Gemeinschaftsgrabanlagen eingerichtet werden. Dies empfahl der zuständige Fachausschuss auf Vorschlag der Verwaltung in seiner letzten Sitzung. Stimmt der Samtgemeinderat dieser Empfehlung zu, könnten Urnen künftig auch in Stauden- und Baumgräbern beigesetzt werden.

„Wir wollen mit diesen zusätzlichen Bestattungsarten dem vielfachen Wunsch der Bürger nachkommen“, sagt die zuständige Ordnungsdezernentin Kerstin Markus. Eine Entwicklung, die auch bei Doris Peckruhn aus Holtorfsbostel auf große Zustimmung stößt. Die 70-Jährige pflegt auf dem Regesbosteler Friedhof zwei sogenannte Wahlgräber, im Volksmund auch Familiengräber genannt. „Mir sind die Familiengräber einfach zu groß, und wer kümmert sich darum, wenn ich es nicht mehr kann“, fragt sich Doris Peckruhn.

Bislang werden die samtgemeindeeigenen Friedhöfe zu über 95 Prozent von den Wahlgräbern dominiert. In diesen Grabstätten können bis zu acht Bestattungen vorgenommen werden. Die Nutzung beträgt jeweils 30 Jahre, und kann beliebig oft verlängert werden. Doch machen immer weniger Bürger von dieser Möglichkeit Gebrauch. Alternativ dazu gibt es dort bisher nur Reihengräber in Rasenlage, auf denen jedoch Angehörige weder Blumen noch Gegenstände ablegen dürfen. Eine aktivere Trauerarbeit soll nun auf den durch die Friedhofsverwaltung gepflegten Stauden- und Baumgräbern ermöglicht werden. Die Wirtschaftlichkeit ist ein weiterer Aspekt. Um die Friedhöfe Halvesbostel (Gräberfläche ca. 5.000 Quadratmeter), Rahmstorf ( ca. 1.500 Quadratmeter) und Regesbostel (4.250 Quadratmeter) kostendeckend erhalten zu können, soll eine Abwanderung hin zu anderen Bestattungsformen gestoppt werden.

Neue Wege geht man auch auf dem Hollenstedter Friedhof. Hier setzt man neuerdings ebenfalls auf Baum- und Staudengräber. Derzeit wird auf diesem kirchlich geführten Ort der letzten Ruhe ein Rosengrab angelegt.