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Unermüdliches Engagement für das Plattdeutsche - Heinz Harms mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet

Glückwünsche nach der Verleihung: Preisträger Heinz Harms (Mitte) mit der stellvertretenden Landrätin Anette Randt und Bürgermeister Jürgen Böhme
mi. Hollenstedt. „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu schimpfen“ - mit diesen Worten, die Konfuzius zugeschrieben werden, eröffnete Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) die Verleihung des Bürger- und Umweltpreises der Gemeinde Hollenstedt. Den Preis für herausragendes ehrenamtliches Engagement vergab die Gemeinde zum achten Mal. Neu war, dass diesmal nur ein Preis vergeben wurde. Die Auszeichnung erhielt Dr. Heinz Harms für sein langjähriges Engagement für den Erhalt der plattdeutschen Sprache im Landkreis Harburg.
In einer umfangreichen Laudatio vor ca. 50 geladenen Gästen aus Politik und Vereinen - darunter die stellvertretende Landrätin Anette Randt sowie Pastor Fulko Steinhausen - würdigte Jürgen Böhme Heinz Harms als jemanden, der über sein eigenes Ich hinaus blicke und durch sein ehrenamtliches Wirken ein wichtiges Kulturgut der Region zu bewahren helfe.
Der gebürtige Altländer Heinz Harms hat Hollenstedt zu seiner Wahlheimat gemacht. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2010, vor der er als Mikrobiologe an der Universität Hamburg tätig war, bietet Heinz Harms regelmäßig und ehrenamtlich Plattdeutsch-Unterricht an. „Sie haben quasi in unserer Gemeinde eine Plattdeutschschule gegründet“, sagte Jürgen Böhme. Darüber hinaus sei es Heinz Harms zu verdanken, dass auf den Ortsschildern aller Gemeinden auch die plattdeutschen Ortsbezeichnungen zu finden sind. Hierfür habe Heinz Harms nicht nur seine Expertise eingebracht, sondern auch 2.300 Euro Spendengelder eingeworben, ohne die eine Finanzierung des Projekts nicht möglich gewesen wäre. Auch engagiere sich Heinz Harms gemeinsam mit dem Heimatverein Estetal bei der Organisation der plattdeutschen Abende in der Gemeinde. Neben seinem Engagement für das Plattdeutsche habe sich Heinz Harms außerdem als Gründungsmitglied der Musikschule Hollenstedt hervorgetan.
Glückwünsche gab es auch von der stellvertretenden Landrätin Anette Randt, die ihre Rede komplett auf Plattdeutsch hielt. Die Landrätin strich heraus, wie wichtig der Einsatz für die Plattdeutsche Sprache sei. Es gehöre nämlich auch zur Wahrheit, dass die „Alten“, für die Platt noch Muttersprache war, wegsterben. „Deswegen ist Ihr Engagement nicht hoch genug zu bewerten“, wandte sich die stellvertretende Landrätin an den Preisträger.
In seiner Dankesrede - natürlich auf Platt - sagte Heinz Harms: Zunächst sei er baff gewesen, als er von seiner Nominierung hörte, doch jetzt fühle es sich richtig gut an. Er setze sich für etwas ein, das ihm Spaß mache. Heinz Harms: „Plattdeutsch ist ein Kulturgut, es gehört zum Norden genauso wie das platte Land.“ Die Sprache habe jedoch einen schweren Stand. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Eltern immer öfter Hochdeutsch mit ihren Kinder gesprochen, deswegen fehle Platt in einer ganzen Generation. Heinz Harms: „Wir müssen Plattdeutsch wieder fest in unserer Gemeinschaft verankern.“ Dafür gelte es, auch die Politik vor Ort und im Land ins Boot zu holen. Der Preisträger kündigte an, sein Preisgeld komplett an Organisationen zu spenden, die sich für den Erhalt des Plattdeutschen in der Gemeinde einsetzen. Heinz Harms schloss seine Rede mit einem Aufruf. „Wir müssen bei uns selbst anfangen und mit unseren Kinder wieder Platt snacken.“