Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Ungeliebte Langohren in Lebensgefahr

Herrenlose Kaninchenmutter mit fünf ihrer sechs Babys

Zwergkaninchen im Nachbarschaftsasyl auf dem Weg durch den Bürokratie-Dschungel

gb. Moisburg. „Bitte liebe Zeitung, hilf uns bevor es zu spät ist“, diese Worte stehen in einem der WOCHENBLATT-Redaktion vorliegenden anonymen Schreiben. Darin beklagen „Zwerghase und Kumpels“ ihr trauriges Schicksal. In der Tat leben in Moisburg seit Wochen mehrere herrenlose Zwergkaninchen. Und das, obwohl ihr Besitzer bekannt ist. Sein offenbar ungeliebtes langohriges Eigentum hat in der Nachbarschaft Zuflucht gesucht, und tummelt sich dort unter Holzstapeln, parkenden Autos und in Erdlöchern. Mindestens ein Tier fiel auf der zunehmend schwieriger werdenden Futtersuche bereits dem Straßenverkehr zum Opfer. Um wie viele Exemplare es sich tatsächlich handelt, ist unklar. Zumal die Langohren tun, was man Karnickeln sprichwörtlich nachsagt: sie vermehren sich kräftig.

„Wir haben bereits fünf der Tiere eingefangen und beherbergen sie jetzt bei uns“, sagt der unfreiwillige Asylgeber, der ebenfalls ungenannt bleiben möchte. Doch allein aus diesen fünf wurden bereits elf. Eine trächtige Kaninchendame brachte kurz nach ihrer Festsetzung sechs muntere Babys zur Welt. Ihrem Eigentümer, der für eine Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion nicht erreichbar war, scheint auch das egal zu sein. Zwar seien dessen Kinder vor Wochen aufgetaucht, hätten jedoch „keine Energie in das Einfangen der Tiere mitgebracht“, berichtet der resignierte „Pflegevater“. Nun droht den noch frei herumlaufenden Haustieren neben den Gefahren der Straße und dem wachsenden Futtermangel die herbstliche Kälte an den Kragen zu gehen.

Dem Tierheim Buchholz ist der Fall bekannt. „Wir stehen in den Startlöchern, und warten nur noch auf die Kostenübernahmeerklärung der Samtgemeinde Hollenstedt“, erklärt dessen Leiterin Melanie Neumann. Doch an der Stelle kommt die Bürokratie ins Spiel. Weil der Eigentümer bekannt ist, handelt es sich nicht um Fundtiere. Und damit nicht um die Zuständigkeit des Ordnungsamtes. Auf das Tierschicksal angesprochen erklärt Samtgemeindebürgermeister Uwe Rennwald: „Wir werden in diesem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz das Veterinäramt in Winsen einschalten.“ Dieser Schritt erschliesst die Möglichkeit, dem fahrlässig handelnden Besitzer die Tiere zu entziehen. In der Folge würden die Kaninchen dann in die Obhut des Tierheims gelangen können. Das WOCHENBLATT wird den Weg Langohren durch den Bürokratie-Dschungel im Auge behalten.