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Uwe Rennwald räumt den Schreibtisch

Nach achtjähriger Amtszeit zog Uwe Rennwald einen Schlussstrich
 
Uwe Rennwald verlässt die Samtgemeindeverwaltung, bleibt jedoch Geschäftsführer des Regionalpark Rosengarten

Hollenstedts Samtgemeindebürgermeister im Interview zum Ende seiner Amtszeit

gb. Hollenstedt. In Hollenstedt geht eine Ära zu Ende: Samtgemeinde-Bürgermeister Uwe Rennwald räumt seinen Schreibtisch. Eine weitere Kandidatur hatte er zuvor ausgeschlossen. WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Gabriele Basilius sprach mit dem 56-Jährigen zum Ende seiner achtjährigen Amtszeit.
WOCHENBLATT: Wie definieren Sie das Amt des Samtgemeinde-Bürgermeisters?
Uwe Rennwald: Wie das des Steuermanns. In stürmischer See müssen beide die Ruhe und das Ziel im Auge bewahren. Ein weiteres Bild wäre das des Chefkochs, der den Überblick über die verschiedenen Töpfe haben muss. Während nichts anbrennen darf, muss das Essen fertig werden.
WOCHENBLATT: Um bildlich in der Küche zu bleiben: Es heißt ja auch „viele Köche verderben den Brei“.
Uwe Rennwald: Ja, das stimmt. Und es lässt sich gut auf die Konstruktion der Samtgemeinde übertragen. Denn viele Entscheidungsträger bedeuten auch ein langsames Vorankommen. Es hängt dabei von der Bereitschaft der handelnden Personen ab. Sie sollten sich den Themen und nicht den eigenen Zielen und dem eigenen Ego stellen.
WOCHENBLATT: Sehen Sie da Unterschiede zwischen Hollenstedt und anderen Gemeinden?
Uwe Rennwald: Eine Besonderheit hier ist die Tendenz, zunächst grundsätzlich Nein zu sagen. Nein vor allem im finanziellen Hinblick. Da wünschte ich mir mehr Einsicht in die Notwendigkeiten statt langer Debatten.
WOCHENBLATT: Würden Sie dazu ein Beispiel nennen?
Uwe Rennwald: Gern. Es dauerte drei Jahre, bis die Entscheidung zur neuen Kinderkrippe gefallen war. Dadurch war Hollenstedt die letzte Gemeinde im Landkreis, die diese gesetzliche Aufgabe erfüllt hat.
WOCHENBLATT: Gibt es aus ihrer Sicht für die Verwaltung noch weitere Zeitfresser?
Uwe Rennwald: Ja. Das sind Bund und Länder, die ihre Aufgaben zunehmend auf die Gemeinden übertragen. Ein Beispiel dazu ist die arbeitsintensive Überwachung der neuen Hundeverordnung. Man muss in dem Kontext aber auch sehen, dass durch etliche andere gesetzliche Vorgaben die kommunale Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird.
WOCHENBLATT: Nun zu erfreulicheren Dingen. Was sehen Sie als die Meilensteine Ihrer Amtszeit an?
Uwe Rennwald: Den Fortschritt im Bereich der Kinder- und Jugendbetreuung. Hier wären die Schaffung von Essensangeboten und der Stelle einer Jugendpflegerin die Stichworte. Wichtig war auch die Übertragung der kommunalen Abwasserbeseitigung auf die Stadtentwässerung Hamburg.
WOCHENBLATT: Hatten Sie bestimmte Lieblingsthemen?
Uwe Rennwald: Da wären die Gemeindepartnerschaft mit dem polnischen Winsko und die Förderung des Ehrenamts zu nennen. Sie galt insbesondere den Feuerwehren, die unter dem enormen Druck des demographischen Wandels stehen.
WOCHENBLATT: Hatten Sie in Ihrer Amtszeit ein besonderes Anliegen?
Uwe Rennwald: Immer über den Tellerrand hinauszuschauen und das Miteinander zu suchen. Nicht zuletzt deshalb war ich Kreisgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, war und bleibe auch als Privatperson Geschäftsführer des Regionalpark Rosengarten.
WOCHENBLATT: Was nehmen Sie sich für die Zeit nach Ihrer Amtsaufgabe vor?
Uwe Rennwald: Ich möchte mich stärker als bisher meiner Familie, Haus und Hof widmen. Und natürlich auch meiner Aktivität als Gemeindeleiter der Christuskirche Buchholz. Außerdem wartet mein in Eigenarbeit zum Campingfahrzeug umgebauter VW-T3 auf seinen Einsatz.
WOCHENBLATT: Was wünschen Sie Ihrem Amtsnachfolger?
Uwe Rennwald: Heiner Albers wünsche ich, dass ihm Vertrauen und die nötige Unterstützung entgegengebracht wird. Denn in diesem Amt braucht man ein gutes Netzwerk aus Verwaltung, Politik und Bürgern.
WOCHENBLATT: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.