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Von Nordmännern aus Klauenburg

Bernd Oelkers schickt eine Ladung „Nordmänner“ auf die Reise
 
Vom 60-Zentimeter-Bäumchen bis zu mehreren Meter hohen Nordmanntannen hat Bernd Oelkers alles im Angebot

Bernd Oelkers ist der Mann, der die Weihnachtsbäume in die Welt bringt

gb. Klauenburg. „Wer mit Weihnachtsbäumen arbeitet, muss ein Gespür für die lebende Pflanze haben“, sagt Bernd Oelkers. Der Landwirt führt den Hof Oelkers in Klauenburg (Landkreis Harburg) in dritter Generation. Bernd Oelkers ist Fachmann für den Anbau von Weihnachtsbäumen, die er auf 400 Hektar Fläche kultiviert. Von Garlstorf bis Buxtehude und von Tostedt bis nach Neu Wulmstorf reichen die zum Klauenburger Hof Oelkers gehörenden Schonungen für den grünen Hauptdarsteller im Weihnachtzimmer. Angebaut werden überwiegend Nordmanntannen. Sie gedeihen auf rund 70 Prozent der Anbaufläche. Blaufichten wachsen auf 20 Prozent der Kulturfläche, die restlichen 10 Prozent teilen sich Nobilis, Rotfichte und andere.
Bis zu 250.000 Weihnachtsbäume werden vom Hof Oelkers pro Jahr in alle Himmelsrichtungen auf die Reise gebracht. Deren begehrteste Größe liegt dabei zwischen 1,50 und 1,75 Meter. Das Alter der Tannen beträgt dann circa acht Jahre. Nur vier Jahre verbringt der neueste Verkaufsschlager in der Weihnachtsbaumkultur, bis er den Weg in heimelige Weihnachtsstuben antritt. Der Bäumchen auf Holzfuß misst nur rund 60 bis 80 Zentimeter, und ist zum beliebten Geschenk avanciert.

Wie alle Weihnachtsbäume werden auch Nordmanntannen aus Saatgut herangezogen. Es stammt bislang nahezu ausschließlich aus Georgien. Warum, das erklärt der Fachmann Bernd Oelkers so: In Georgien gibt es Urwälder, die ausschließlich Nordmanntannen bestehen. Dadurch wird eine Fremdbestäubung der Zapfen ausgeschlossen. Würde es zu eben jener Fremdbestäubung durch andere Tannenarten kommen, würde dies zu Qualitätsverlusten wie schlechterem Nadelkleid oder längeren Spitzen führen. Allerdings gab es im Ursprungsland der Nordmanntannen Zeiten, in denen die Nachhaltigkeit vernachlässigt wurde. „Weil die georgischen Zapfenernter binnen drei bis vier Wochen ihren Lebensunterhalt für ein Jahr verdienen müssen, kam es zu dem Phänomen, dass ganze, der bis zu 60 Meter hohen Bäume gefällt wurden, statt nur deren Zapfen per Hand zu pflücken. Auf diesen Umstand reagierten dänische und deutsche Saatgutproduzenten, die mit geschützten eigenen Kulturen den Erhalt reinrassiger Nordmanntannen sicherstellen wollen. Mittlerweile hat man jedoch auch in Georgien aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Seit zwei Jahren sind die Erntegebiete festen Saatgutexporteuren zugeordnet. Dieser Kontrollmechanismus, sowie die Erhebung von Ausfuhrzöllen bremst die unkontrollierte Zapfenernte. Langfristig wird das allerdings seinen Niederschlag auf die Pflanzenpreise haben. Die sind in diesem Jahr noch stabil geblieben. 18 bis 22 Euro zahlt der Verbraucher aktuell für seine Nordmanntanne in Premiumqualität. Ein Euro pro Baum, der durch Mitglieder des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger, dessen Vorsitzender Bernd Oelkers ist, verkauft wird, kommt dabei übrigens SOS-Kinderdörfern zu Gute.

Bis ein Weihnachtsbaum aus den Kulturen von Bernd Oelkers geschlagen wird, vergeht eine arbeitsreiche Zeit. In Baumschulen werden aus dem Saatgut Sämlinge herangezogen. Die Jungpflanzen sind drei bis vier Jahre alt, bis sie in die vorbereitete Weihnachtsbaumkultur umziehen. Nach regelmäßiger Düngung und Pflege folgen Korrektur- und Formschnitte. „Ab dem vierten Standjahr bearbeiten wir zwei bis drei Mal pro Jahr unsere Kulturen“, sagt Bernd Oelkers. So viel Einsatz führt zu bester Qualität. Und die wird von den Kunden des Hof Oelkers in aller Welt geschätzt. Eine Hälfte der Ernte verbleibt in Deutschland. Die andere Hälfte wird in EU-Länder, aber auch nach Ägypten, Dubai oder Kenia exportiert. Spitzenexemplare von bis zu sieben Meter Höhe zierten schon das Bundeskanzleramt und das Gästehaus der Bundesregierung in Meeseberg. Seit sieben Jahren ist Bernd Oelkers Alleinlieferant für die Tagungsräume der Bundesregierung und die Berliner Regierungsgebäude. Auch im holländische Königshaus und auf den Kreuzfahrtschiffen der TUI schätzt man die Qualität aus Klauenburg. „Dazu kommen noch viele Prominente, die namentlich nicht genannt werden möchten“, verrät Bernd Oelkers augenzwinkernd.

Die Ansprüche an das ideale Erscheinungsbild des Weihnachtsbaums sind gewachsen. Satt grün, in perfekten Proportionen und optimalen Abständen der Zweige soll er im festlich geschmückten Zimmer stehen. Auch die Wiederverkäufer sind anspruchsvoller geworden. Das schlägt sich in deutlich gestiegenem Aufwand für die Aufarbeitung der Bäume nieder. Vom Etikett mit Pflegetipps bis zur individuell entworfenen dekorativen Tüte für den Baum im Topf reicht der zu bewältigende Mehraufwand. Auch um den zu bewältigen ist Angela Oelkers in den Familienbetrieb eingestiegen. Den grünen Daumen hat die 27-Jährige Betriebswirtin von Papa Bernd geerbt.