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Wohnheim ist ein Erfolgsmodell

Vertreter des Kiekebergmuseums und Bewohner vor dem Wohnheim in Wennerstorf (v. li.): Agnes Labudda, Helmut Tympel, Nils Hanke, Jürgen Hohls (sitzend), Marc von Itter, Ingrid Ersfeld-Tympel, Lars Meyer, Heike Meyer und Heiner Schönecke

Wohl einmalig in Deutschland: Freilichtmuseum am Kiekeberg betreibt Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung


bim. Wennerstorf.
Schulen sind landauf, landab zur Inklusion - also zur gleichwertigen Einbeziehung von Menschen mit Behinderung - aufgerufen. Eine Einrichtung, die diesen Gedanken bereits seit 25 Jahren lebt, ist das Freilichtmuseum am Kiekeberg. Seit einem viertel Jahrhundert arbeiten Behinderte der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg u.a. auf dem Museumsgelände in Rosengarten-Ehestorf sowie auf dem Museumsbauernhof in Wennerstorf mit. Wohl einmalig in Deutschland: Das Museum betreibt auch ein Wohnheim in Wennerstorf, in dem 13 Menschen mit Behinderung leben - und das inzwischen seit fünf Jahren.
Das Wohnheim in Wennerstorf wurde von Dezember 2007 bis Oktober 2008 auf einer 5.000 Quadratmeter großen Hofstelle für 1,056 Millionen Euro erbaut. Die Idee von der Kombination aus Wohnen und Arbeiten hatte Kiekeberg-Museumsdirektor Prof. Dr. Rolf Wiese aus Amerika mitgebracht. Unterstützt wurde die Realisierung u.a. durch Spenden von rund 1.500 Privatpersonen - eingeworben vom Förderverein des Kiekebergmuseums unter Vorsitz von Heiner Schönecke.
"Besser konnte es der Stiftung nicht gehen. Wir haben das Haus schlüsselfertig geschenkt bekommen", freut sich Heike Meyer, Vorsitzende des Stiftungsrates des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Die Leiter des Wohnheims, Helmut Tympel und Ingrid Ersfeld-Tympel, hätten mit viel Engagement und Herzblut eine Großfamilie aus dem Wohnheim gemacht, lobt sie.
Dass sie sich im Wohnheim wohlfühlen, bestätigen Agnes Labudda (38), Lars Meyer (39) und Nils Hanke (26) vom Bewohnerbeirat. Sie leben vom ersten Tag an in der Einrichtung in Wennerstorf, genießen das Leben auf dem Lande und sind begeistert von den Angeboten, in die sie sich selbst mit viel Engagement in ihrer Freizeit einbringen. Dazu gehören u.a. die Arbeit im selbst angelegten Garten und in der Holzwerkstatt oder das Organisieren von Disco-Veranstaltungen durch den hauseigenen Discjockey-Club. Das Kegeln beim Sportverein Blau-Weiss Buchholz alle paar Wochen, der Besuch von Veranstaltungen in der "Empore" in Buchholz oder Einkaufstouren gehören ebenfalls zum Programm.
Auch im Dorf fühlen sich die Bewohner gut aufgenommen. "Einmal im Jahr treffen wir uns mit den Einwohnern zur Weihnachtsfeier oder zum Neujahrsempfang und werden selbst regelmäßig zur Feier am 1. Mai eingeladen", berichtet Ingrid Ersfeld-Tympel.
Die Zufriedenheit der Bewohner sieht Helmut Tympel auch darin bestätigt, dass in den zurückliegenden fünf Jahren nur zwei Bewohner ausgezogen sind - allerdings nicht, weil sie sich im Wohnheim nicht wohlgefühlt hätten, sondern wegen des Grades ihrer Behinderung. Inzwischen gebe es eine lange Warteliste mit behinderten Menschen, die gerne einziehen würden, so Tympel. Allerdings kann das dauern, denn es mag ja niemand ausziehen.