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Darf man das? Bauer pflügte Wanderweg einfach unter

Nur noch Brachland: Vom Pfeiler bis zur Baumreihe am Horizont zog sich früher der Wanderweg
mi. Buchholz. Fragt man, welches der schönste Buchholzer Wanderweg ist, erhält man oft die Antwort: „Der Wanderweg 3“. Die 32 Kilometer lange Strecke, die sich einmal um die Stadt herum durch den Königsgrund sowie das alte Dibbersen und das malerische Buensen erstreckt, ist bei Wanderern sehr beliebt. Nun dürfte deren Freude allerdings getrübt sein, denn ein Teil des Weges ist kaum noch passierbar. Er wurde von einem ortsansässigen Bauern einfach umgepflügt.
Plötzlich ist Schluss: Zieht sich der Weg vorher noch zwischen Weiden und Feldern hindurch, endet er plötzlich ca. 200 Meter von der Vaenser Dorfstraße entfernt. Hier verläuft der Weg zwischen einer Weide und einem Acker. Statt wanderbaren Untergrunds kniehohes Gras, darunter - wie Stolperfallen verborgen- laufen tiefe Traktorenspuren. Für weniger Geländegestählte wird hier die Wanderlust schnell zum Wanderfrust. Wer sich dennoch durchs Gras schlägt, trifft nach ca. hundert Metern wieder auf einen passierbaren Pfad und kann seine Tour ohne weitere Hindernisse fortsetzen.
Bei den Wanderfreunden Nordheide kennt man das Pro­blem: „Es kommt alle vier bis fünf Jahre vor, dass der Bauer, dem das Feld gehört, den Weg einfach umpflügt“, sagt Hans-Günter Freyer, Vorsitzender und Wanderwart bei den Wanderfreunden Nordheide. Man habe den Landwirt auch schon darauf angesprochen, der allerdings begründe sein Vorgehen damit, dass das Feld, das er brachliegen lasse, alle paar Jahre komplett umgepflügt werden müsse, um die volle Prämie für die Nichtbewirtschaftung zu erhalten. „Ihr lauft das schon wieder platt“, so der Rat des Bauern.
Zuständig für den Wanderweg 3 ist die Stadt Buchholz. Dort wusste man bisher nicht von dem Problem, macht Wanderfreunden aber wenig Hoffnung, dass sich am Zustand etwas ändern könnte oder die Zerstörung des Weges zukünftig unterbleiben wird. Stadtsprecher Heinrich Helms erklärt dazu: „Der Landwirt handelt rechtmäßig, er darf den Weg umpflügen. Der Wanderweg verläuft an dieser Stelle über sein Land.“ Gänzlich anders sehe die Sache aus, wenn der Landwirt einen Teil des Wanderweges umgepflügt hätte, der als öffentlicher Weg gewidmet ist. Die Stadt werde allerdings dennoch das Gespräch mit dem Landwirt suchen.
Ob die Stadt dabei eine Lösung findet, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn laut Stadtsprecher Helms geht es wegen der Prämien auch schon bei so einem vergleichbar kurzen Wegstück um viel Geld.
Das Problem ist übrigens kein Einzelfall. Deutschlandweit kommt es immer wieder zu Beschwerden über „untergeackerte“ Wander- und Feldwege. Vielleicht sollten Wanderfreunde und Stadt Buchholz hier so verfahren, wie die Macher der Internetseite „Traumwanderungen“. Die formulieren bei der Beschreibung eines Wanderwegs in der Nähe von Nürnberg in der Wegbeschreibung explizit: „Den kleinen Umweg verdanken wir einem Bauern, der den Wanderweg dort umgepflügt hat.“ Das klingt zwar nach Resignation, aber wenigstens weiß dann jeder Wanderer, woran er ist.