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Eine Umgehung für Hollenstedt - utopisch oder machbar?

Die Skizze zeigt grob wie die Ortsumgehung verlaufen könnte
mi. Hollenstedt. Ist eine Umgehungsstraße die richtige Lösung für die Verkehrsprobleme in Hollenstedt? Ein WOCHENBLATT-Leser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, reagierte mit diesem Vorschlag auf einen Artikel zur Verkehrssituation an der Hauptkreuzung in Hollenstedt. Politik und Verwaltung bleiben allerdings skeptisch.
Zum Feierabendverkehr wird die Hauptkreuzung in Hollenstedt für Autofahrer zu einer Geduldsprobe. Dort wo sich die Hauptstraße, die Tostedter Straße und die Wohlesbosteler Straße treffen, staut sich der Verkehr an manchen Tagen bis weit hinter die Straße „Am Stinnberg“ zurück. Vor Kurzem hatte das WOCHENBLATT deshalb die Politik gefragt, ob nicht dort der Bau eines Kreisverkehrs sinnvoll wäre. Die Fraktionen im Hollenstedter Gemeinderat konnten sich allerdings nicht so recht für den Gedanken, die Kreuzung umzubauen, erwärmen. Der Grund: Der Umbau wäre äußerst teuer, außerdem fehlt es an ausreichend öffentlichem Grund für den Bau. Daran ändere auch der geplante Umzug der dort ansässigen Samtgemeindeverwaltung nichts, weil der Verkauf des freiwerdenden Grundstücks bei der Kostenplanung für den anstehenden Rathausneubau oder Umbau zur Kostendeckung mit einkalkuliert ist. Fazit der Politik: Ein Kreisverkehr zur Verbesserung des Verkehrsflusses scheint utopisch.
Was ist aber mit einer Ortsumgehung? Ein Leser, der sich an das WOCHENBLATT gewandt hat, schlägt genau das vor. Demnach könnte die Umgehungsstraße beim Kreisverkehr an der Tostedter Straße beginnen, von dort westlich durch- bzw. am Gewerbegebiet vorbeilaufen, dann nach Norden abknicken und dort an die Wohlesbosteler Straße anschließen. Damit wäre der Kernort vor allem von Autobahntransitverkehr aus Richtung Stade entlastet.
In der Politik ist man allerdings auch was die Realisierung dieses Mammutprojektes angeht skeptisch. Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) sagte auf Nachfrage des WOCHENBLATT: „Sinnvoll wäre der Bau einer Umgehungsstraße sicher, aber nicht alles was sinnvoll ist, ist auch machbar, geschweige denn finanzierbar.“ Der Bau einer Umgehung koste mit Sicherheit mehrere Millionen Euro. Eine solche Summe könne die Gemeinde nicht stemmen. „Voraussetzung ist deswegen in jedem Fall, dass der Kreis und das Land mitziehen“, so Böhme. Ein weiteres Problem sei, dass für den Bau viele fremde Grundstücke angekauft werden müssten. Ähnlich sieht es Ruth Alpers von den Grünen: „Für so ein Großprojekt fehlt uns das Geld. Es ist fraglich, ob der Landkreis oder das Land mitziehen würden. Wünschenswert wäre eine Umgehung aber schon.“
Rüdiger Kummer, (Wählergemeinschaft Hollenstedt) ist anderer Auffassung: Nicht die Kreuzung, sondern die Autobahn sei das Problem. Wenn es dort staut, werde Hollenstedt zur Umleitung, dann gehe gar nichts mehr. Rüdiger Kummer: „Was die Befürworter einer Umgehung nicht bedenken, ist dass der Einzelhandel stark vom Durchgangsverkehr profitiert. Aus diesem Grund glaube ich, dass eine Umgehung dem Ort nicht nur nutzt, sondern auch schadet.“