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Gemeinde Moisburg übt heftige Kritik am Naturschutzgebiet "Mittleres Estetal

Idyllisch: Dennoch ist die Region rund um die Wassermühle in Moisburg nicht Teil des neuen Naturschutzgebiets (Foto: archiv bim)
mi. Moisburg. Die Gemeinde Moisburg will die Planungen zum Naturschutzgebiet „Mittleres Estetal“ nicht hinnehmen und hat dazu eine umfassende Stellungnahme angekündigt. Das teilte Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens jetzt in der Sitzung des Gemeinderats mit.
Hintergrund: Moisburg ist von den Planungen zu dem Naturschutzgebiet besonders betroffen, weil die Este hier direkt durch den Ort fließt. Dementsprechend viele innerörtliche Privatgrundstücke wurden hier durch den Landkreis als Naturschutzfläche überplant. Wie mehrfach berichtet, muss der Landkreis Harburg links und rechts der Este von Moisburg bis Bötersheim auf 477 Hektar Naturschutzflächen ausweisen. Vielfach ist die Grenzziehung dabei an Flurstücken orientiert. Das Problem: Dadurch fallen auch diverse Privatgrundstücke - teilweise versiegelt und ohne jegliche schützenswerte Flora oder Fauna - unter das Naturschutzrecht.
Auch in der Politik wird dieses Vorgehen scharf kritisiert. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Kreis Fichte, Douglasie und Rot-
eiche, die es hier schon seit 200 Jahren gibt, nicht mehr zulassen will“, so Heinrich Wentzien. Der Ratsherr forderte weiter, Grundstücke, die keinerlei Relevanz für den Naturschutz haben, müssten aus dem Gebiet herausgenommen werden.
Erfreulich für die Bürger war die Nachricht, dass die Verkehrsberuhigung des Staersbecker Weg in Moisburg umgesetzt wird. Die Maßnahme werde laut Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens rund 78.000 Euro kosten. Damit sind die Kosten 28.000 Euro höher als ursprünglich angenommen. Vorgesehen sei demnach, in der Straße in einem Abstand von rund 80 Metern Verschränkungen auf der Fahrbahn zu errichten und die Fahrbahn so auf 3,50 Meter einzuengen. Außerdem ist am Ende des Staersbecker Wegs der Bau einer Schwelle geplant. Am Anfang des Weges in Moisburg soll außerdem mittels rot-weißen Verbundpflasters auf die 30-Zone hingewiesen werden.
Rückblick: Bereits im vergangenen Jahr war das Thema in den Fokus gerückt. Im Haushalt hatte die Gemeinde dafür 50.000 Euro eingeplant. „Die jetzt vorgestellte Lösung ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe aus Bürgern und Verwaltung“, betonte Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens. Die Pläne müssen allerdings noch durch die zuständigen Stellen genehmigt werden.
Trotzdem die Verwaltung jetzt Ergebnisse vorweisen konnte, hagelte es Kritik aus der Bevölkerung. Hintergrund: Die Verschränkung der schnurgeraden Straße sei laut Anwohnern nur ein Teil des Problems. Genauso dringlich sei es, dafür zu sorgen, dass der Weg nicht weiter für Leerfahrten der Busse der KVG genutzt werde. Außerdem fordern sie, dass endlich ein Mess-Schild für Geschwindigkeiten aufgestellt werde. Um beide Punkte hatte sich die Verwaltung allerdings - sehr zum Ärger der Anwohner - noch nicht gekümmert. Den Beschluss, die Planung weiter zu verfolgen, brachte der Rat dann einstimmig auf den Weg.