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Heiner Albers ist der strahlende Wahlsieger

Der strahlende Wahlsieger Heiner Albers
 
Uwe Rennwald (li.) gratuliert Heiner Albers zum Wahlsieg

Mike Wille unterlag in der Stichwahl – Kandidaten lieferten sich Kopf- an Kopfrennen

gb. Hollenstedt. Heiner Albers ist der strahlende Sieger der Samtgemeindebürgermeisterwahl in Hollenstedt. In der Stichwahl setzte sich der parteilose 48-jährige Diplom-Sozialpädagoge aus Hollenstedt mit 52,4% der abgegebenen Stimmen gegen den Hanstedter Diplom-Verwaltungswirt Mike Wille durch, der 47,6 % Stimmenanteil auf sich vereinigen konnte.
Damit wird das kommunalpolitische Schwergewicht Albers am 1. Januar Nachfolger von Uwe Rennwald, der nach achtjähriger Amtszeit nicht zur Wiederwahl angetreten war. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,2 Prozent. "Ich bin überglücklich, dass mir so viele Wähler trotz Gegenwind aller Parteien ihre Stimme gegeben haben“, sagte der strahlende Sieger am Wahlabend.
Heiner Albers lieferte sich Kopf- an Kopfrennen mit dem von der CDU nominierten und der SPD unterstützten Hanstedter Mike Wille. Die Grünen, denen Albers bis vor 14 Jahren noch selbst angehörte, hatten sich in der Stichwahl ebenfalls für Wille ausgesprochen. Ihr eigentlicher Wunschkandidat, der Einzelbewerber André Bunkowsky, scheiterte im ersten Wahlgang.

Das WOCHENBLATT sprach mit Heiner Albers über seinen Wahlsieg und über drängende Fragen in der Samtgemeinde Hollenstedt.
WOCHENBLATT: Herr Albers, wie bewerten Sie den Wahlausgang, zu dem wir ihnen unsere Glückwünsche aussprechen.
Heiner Albers: Das ist ein sensationelles Ergebnis für jemanden aus einer Wählergemeinschaft. Und es zeigt, dass die Wähler wirklich genau hingeschaut haben. Ich glaube, die Menschen wollen einen Bürgermeister, der mit Inhalten und seiner Person überzeugen kann. Wichtiger als der Parteigehorsam in Richtung Hannover oder Berlin ist das Engagement für die Kommune, und das ist es, was ich ab Januar tun möchte.
WOCHENBLATT: Wie geht es jetzt mit ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich weiter?
Heiner Albers: Meinen Geschäftsführerposten bei LeA (Arbeit für Menschen mit Behinderung) werde ich zum 31.12. aufgeben und einen Nachfolger suchen. Mein ehrenamtliches Engagement dort werde ich beibehalten.
WOCHENBLATT: Wie soll sich Hollenstedt Ihrer Meinung nach entwickeln?
Heiner Albers: Viele junge Familien ziehen zu uns, weil die Infrastruktur gut ist. Diese gilt es weiter zu entwickeln und auf junge Familien, wie aber auch auf die älter werdende Generation abzustimmen und zu erweitern. Im Bezug auf die Ansiedlung von Gewerbebetrieben haben die Mitgliedsgemeinden in den letzten Jahren richtig gehandelt. Es haben sich zahlreiche mittelständische Betriebe angesiedelt, die ein vielfältiges Angebot als auch Arbeitsplätze vor Ort zur Verfügung stellen. Wir müssen allerdings versuchen, die Neubürger mehr in unsere Strukturen einzubinden bzw. sie dafür zu interessieren. Unsere vielen Vereine sind ein wichtiges Indiz für ein intaktes Miteinander. Neubürger dürfen hier nicht außen vor bleiben.
WOCHENBLATT: Welche Möglichkeiten sehen sie alternativ zu einer Asylberwerberunterkunft in Appel?
Heiner Albers: Appel ist die schlechteste Möglichkeit Menschen in Not unterzubringen. Im Dorf Appel gibt es keinerlei Infrastruktur. Es bedarf hier eines Schulterschlusses aller sieben Mitgliedsgemeinden. Diese Aufgabe ist nicht leicht, da Vorbehalte und Ängste überall auftreten werden. Aber es muss und wird uns gelingen. Hier muss aufgeklärt werden und die Ängste der Bevölkerung muss man ernst nehmen und sie nicht bei Seite stellen. Ich werde mich dafür einsetzten, dass wir eine gemeinschaftliche Lösung in der Samtgemeinde erzielen.
WOCHENBLATT: Wie wollen Sie als Samtgemeindebürgermeister die vom Autobahnlärm geplagten Bürger unterstützen?
Heiner Albers: Wir müssen hier an verschiedenen Punkten arbeiten:
a.) Vernetzung mit anderen Gemeinden an der A1, die das selbe Problem haben.
b.) Sichtung der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren um Fehler aufzudecken. c.) Bündelung aller Kräfte die Verantwortung tragen. Es braucht Bürgermeister vor Ort, Landtags- und Bundestagsabgeordnete um das Problem "sichtbarer" zu machen, und ein Bündnis im Interesse der beeinträchtigten Menschen zu schaffen. Es geht hier nicht darum, Lösungen aufzuzeigen. Für die Lösung eines Problems ist der Verursacher zuständig. Es geht darum, dass Problem laut zu benennen und Lösungen zu fordern.
WOCHENBLATT: Vielen Dank, Herr Albers!

Die Wahlergebnisse im Detail
Und so wurde in den einzelnen Stimmbezirken gewählt: Die Wahlbeteiligung ist in Klammern angegeben.

Appel (43,2%) Mike Wille = 44,3% , Heiner Albers = 55,7%
Drestedt (50,4%) Mike Wille = 28,0% , Heiner Albers = 72,0%
Halvesbostel (57,3%) Mike Wille = 58,1%, Heiner Albers = 41,9%
Hollenstedt-Schule (59,6%) Mike Wille = 43,9%, Heiner Albers = 56,1%
Hollenstedt-Küsterhaus (64,7%) Mike Wille = 45,1%, Heiner Albers = 54,9%
Moisburg (46,2%) Mike Wille = 61,9%, Heiner Albers = 38,1%
Regesbostel (45,6%) Mike Wille = 40,5%, Heiner Albers = 59,5%
Wenzendorf (47,5%) Mike Wille = 52,0%, Heiner Albers = 48,0%