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In Hollenstedt könnten fast 40 Krippenplätze fehlen

In der Kita in Hollenstedt sollen zwei neue Krippen-Gruppen entstehen
mi. Hollenstedt. Nächste Woche beginnt in der Samtgemeinde Hollenstedt die Vergabe der Kindertagesstätten-Plätze. Dabei könnten im schlimmsten Fall vor allem im Krippenbereich Plätze fehlen. Eine Verwaltungsvorlage, die sich mit Prognosen für die Belegsitutation 2016/17 beschäftigt, kommt zum Stichtag 15. Dezember 2016 zu dem Ergebnis, dass gerade im Krippenbereich Betreuungsplätze knapp sind. Allerdings rechnet die Verwaltung auch auf Nummer sicher.
Es könnte knapp werden: Nach Berechnungen der Samtgemeindeverwaltung fehlen derzeit in Hollenstedt 37 Krippenplätze, wenn 42 Prozent aller 311 anspruchsberechtigten Kinder tatsächlich die Betreuung benötigen. Sind es nur 35 Prozent, verringert sich die Zahl auf elf Plätze. Besser sieht es bei den Kindergarten-Plätzen (Drei- bis Sechsjährige) aus. Hier fehlen - eine Betreuungsnachfrage von 42 Prozent angenommen - nur vier Plätze.
Auf den drohenden Mangel an Krippenplätzen haben Politik und Samtgemeinde bereits reagiert. Es sind derzeit zwei neue Krippengruppen in Planung. Sie entstehen als Anbau der Kita in Hollenstedt (Kosten: rund 800.000 Euro). Außerdem plant die Gemeinde noch eine weitere Krippengruppe, deren Standort jedoch bisher nicht feststeht. Pläne, diese in Regesbostel zu bauen, waren von der Samtgemeinde nach Protesten aus der Politik - dort hatte man sich noch gar nicht mit dem Standort befasst - zurückgezogen worden.
In der Politik wird dennoch vor allem von Seiten der Grünen bemängelt, die Samtgemeinde habe ihre Hausaufgaben hier erst mit großer Verspätung gemacht. Fraktionsvorsitzende Christiane Melbeck sagte dazu: „Die Grünen haben in der Vergangenheit immer wieder auf die Lage hingewiesen.“ Allerdings hätte die Samtgemeinde in der jüngsten Vergangenheit große Anstrengungen unternommen, die Situation zu verbessern. „Die Gemeinde ist auf einem guten Weg“, so das Fazit der Fraktionsvorsitzenden. Die Grünen-Ratsfrau warnte, man sollte nicht vergessen, dass nach der Krippe der Kindergarten und dann die offene Ganztagsschule käme. Allerdings ist eine Planung für die Gemeinden auch nicht gerade leicht: Wie sich die Bedarfe entwickelten, dafür seien laut Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers maßgeblich die sieben Mitgliedsgemeinden verantwortlich, sie wiesen die Baugebiete aus. Die Samtgemeinde könne lediglich steuernd eingreifen, indem sie im Flächennutzungsplan - in Abstimmung mit den Mitgliedsgemeinden - Flächen für Baugebiete festlegt. Dennoch will der Bürgermeister jetzt die Prognosegenauigkeit verbessern, um gezielter auf kommende Bedarfssituationen vorbereitet zu sein. Heiner Albers: „Wir haben uns von den Gemeinden alle geplanten Baugebiete mitteilen lassen sowie die Anzahl der Bauanträge“. Mit den Daten versuche man kommende Bedarfe hochzurechnen.