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Kauf des Bahnhofsgeländes Hollenstedt: Grüne sind skeptisch

Ruth Alpers (Foto: archiv)
 
Jürgen Böhme (Foto: archiv)
mi. Hollenstedt. Wie geht es weiter mit den Grundstücken um den alten Bahnhof in Hollenstedt? Die Fraktion der Grünen spricht sich deutlich gegen einen Bebauungsplan für das Areal aus, der dort Wohnen und Gewerbe vorsieht, stattdessen sollten die Flächen behutsam als grüner Naherholungsraum oder wenn möglich auf der Gleistrasse als Wanderweg entwickelt werden.
Hintergrund: Das Bahnhofsgelände samt zieht sich schlauchartig von Achtern Schünen bis zur Hauptstraße. Die Gemeinde befindet sich - wie berichtet - seit Jahren mit der Gesellschaft Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB )in Verhandlung um die Flächen. Bisher scheitert der Kauf am fehlen einer sogenannten Nullbescheiniung. Der Boden auf dem Areal gilt als stark belastet. Um die Schwellen der ehemaligen Trasse frei von Bewuchs zu halten, wurde dort, als hier noch Züge von Bremervörde nach Buchholz fuhren, massiv Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Die Flächen wurden jetzt laut EVB zwar umfassend saniert, was noch fehlt ist jedoch ein abschließendes Bodengutachten, das den Boden für schadstofffrei befindet. Erst dann kann der Landkreis laut Kreissprecher Bernhard Frosdorfer eine sogenannte Nullbescheinigung ausstellen.
Wenn die Bescheinigung vorliegt, will die Gemeinde das Grundstück erwerben und als Mischfläche für Gewerbe und Wohnen entwickeln. Ein entsprechender Bebauungsplan liegt schon seit geraumer Zeit abstimmungsreif in den Schubladen der Gemeindeverwaltung.
Die Fraktion der Grünen kritisiert das jedoch. „Selbst wenn eine Nullbescheinigung vorliegt, bleibt eine Bebauung der Fläche problematisch“, sagt Ruth Alpers, Fraktionschefin der Hollenstedter Grünen im Gemeinderat. Sie bezweifelt, dass sich die Flächen gut vermarkten lassen, so Alpers weiter. Denn selbst wenn der Landkreis die Unbedenklichkeit der Flächen attestiere, gäbe es aufgrund der Vorgeschichte des Bodens Einschränkungen. So sei das Bohren von Brunnen in dem Areal verboten. Alpers: „Ich würde hier auch kein Gemüse anpflanzen.“ Eine weitere Einschränkung sei die Nähe der Flächen zu vorhandenen Gewerbebetrieben. Ruth Alpers:  „Der Lärm ist so groß, dass für einige Räume im B-Plan Fenster mit Schallschutz und die Installation einer Raumbelüftungsanlage vorgesehen ist.“
Wegen dieser Einschränkungen haben die Grünen Bedenken, dass sich die Grundstücke zu guten Konditionen veräußern ließen. Ruth Alpers: „Wir befürchten uns eine ‚Altlast‘ anzulachen, die der Gemeinde mehr schadet als nutzt.“ Wenn man die Flächen schon kaufe, dann sollten sie nach Wunsch der Grünen behutsam als naturbelassene Naherholungsflächen entwickelt werden. Ruth Alpers: „Ob sich dafür allerdings der Kauf lohnt, hängt vom Preis ab.“
Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU), der seit Langem im Auftrag des Rats die Verhandlungen mit der EVB führt, teilt diese Kritik nicht. „Ich habe immer klargestellt, dass wir die Flächen erst kaufen werden, wenn der Landkreis deren Unbedenklichkeit festgestellt hat.“ Klar sei aber auch, dass man nicht den Haushalt mit einem Flächenankauf belaste, nur um diese im Anschluss brachliegen zu lassen.