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(K)ein Kreisel für die Ortsmitte

Der Eindruck täuscht. So leer ist die Kreuzung in Hollenstedt selten. Wenn das Samtgemeinde-Rathaus (re.) umzieht, wäre hier genug Patz für einen Kreisverkehr
mi. Hollenstedt. Mittlerweile sind wenigstens Ampeln mit intelligenter Schaltung aufgestellt. Dennoch bleibt die Hauptkreuzung in Hollenstedt, an der sich die Hauptstraße, die Tostedter Straße und die Wohlesbosteler Straße treffen, Hollenstedts einziges Nadelöhr. Die Lösung wäre ein Kreisverkehr. Dafür fehlte jedoch bisher der Platz. Das könnte sich bald ändern.
Es ist kein großes Geheimnis: Auf Sicht wird die Samtgemeinde-Verwaltung in Hollenstedt umziehen oder an anderer Stelle neu bauen. Das Grundstück an der Hauptstraße stünde zur Verfügung. Wäre jetzt nicht der Zeitpunkt, hier einen Kreisverkehr einzurichten?, mag sich manch geplagter Pendler fragen. Durchaus berechtigt, denn vorher scheiterten die Befürworter eines Kreisels an der Tatsache, dass dafür nicht ausreichend Grundstücksfläche zur Verfügung stand. In der Politik bleibt man allerdings weiterhin skeptisch, denn es fehlt nicht nur an Platz, sondern auch Unterstützung vom Land und offenbar auch an Überzeugung.
„Ein Kreisverkehr ist grundsätzlich eine gute Idee, allerdings ist der Bau in Hollenstedt kaum durchführbar“, sagt Ruth Alpers (Grüne). Der Grund, so Alpers weiter, sei, dass sich hier keine Gemeindestraßen, sondern eine Land- und zwei Kreisstraßen kreuzten. Vom Land Niedersachsen seien für einen Kreisel-Bau keine Gelder zu erwarten, das bedeute, Gemeinde und Kreis müssten den Anteil des Landes übernehmen. Hinzu käme aber noch ein weiteres Problem: Der Verkauf des Samtgemeinde-Rathauses-Grundstücks sei bei der Kalkulation für das neue Rathaus fest eingeplant. Fakt sei deshalb, so wünschenswert ein Kreisel auch wäre, es sei kein Geld dafür da.
Bei der SPD Hollenstedt hält man den Bau eines Kreisels ohnehin nicht für die richtige Lösung. „Anstelle eines Kreisverkehrs in der Ortsmitte brauchen wir ein Verkehrskonzept, das den Verkehr möglichst aus dem Ort heraushält. Denkbar wäre zum Beispiel eine Ortsumgehung“, erklärt Karoline Nielsen (SPD). Die Sozialdemokratin bezweifelt allerdings auch, dass die Kreuzung Platz für einen ausreichend großen Kreisel biete. Zudem müssten für die Fußgänger und vor allem die Schulkinder, die bisher die Ampeln an der Kreuzung nutzen, neue, sichere Querungswege geschaffen werden.
Auch Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) glaubt nicht an die Machbarkeit. Böhme: „Das Land hat das vollkommen ausgeschlossen, selbst wenn wir den Kreisel beschließen würden, könnten wir ihn nicht bauen.“ Zu wirklich schlimmen Behinderungen käme es an der Kreuzung ohnehin nur, wenn die Straße wegen Staus auf der Autobahn als Ausweichstrecke genutzt werde. Böhme erklärt: „Im Großen und Ganzen ist das Verkehrsaufkommen außerhalb einer solchen Ausnahmesituation aber tragbar und keinesfalls mit der Situation zum Beispiel in Buchholz vergleichbar.“
So skeptisch man in Hollenstedt auch ist, Fakt ist, der Landkreis plant eine Sanierung der Kreuzung und muss sich deshalb mit dem Land abstimmen. Laut Kreissprecher Johannes Freudewald sei bisher nicht ausgeschlossen, dass im Zuge der Sanierung nicht auch ein Umbau der Kreuzung stattfinden könnte. Konkret geprüft werde das aber noch nicht.