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Kita-Planung Hollenstedt: "Verwaltung tritt auf die Bremse"

Ob sich das Grundstück der Krippe „Estezwerge“ für einen weiteren Neubau eignet, wird derzeit geprüft
 
Christiane Melbeck Grüne (Foto: Grüne Hollenstedt)
mi. Hollenstedt. „Die Samtgemeinde-Verwaltung Hollenstedt setzt Beschlüsse der Politik nicht oder nur zögerlich um.“ Dieser Fundamentalkritik sieht sich derzeit Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers ausgesetzt. Dabei geht es vor allem um den im Sozialausschuss empfohlenen Ausbau des Kindergartenstandorts in Hollenstedt.
Rückblick: Überraschend war der Sozialausschuss dem Vorschlag von Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) gefolgt, die in der Samtgemeinde dringend benötigte neue Krippe in Hollenstedt zu bauen und nicht, wie von der Verwaltung gefordert, in Regesbostel. Das Problem: Im Gegensatz zum von der Samtgemeinde favorisierten Standort muss in Hollenstedt nicht nur eine Krippe, sondern letztlich eine gesamte Kindertagesstätte errichtet werden. Sonst gibt es dort zu wenig Elementargruppen, um die Kinder, wenn sie dem Krippenalter entwachsen sind, aufzunehmen (das WOCHENBLATT berichtete). Fertiggestellt sein muss die neue Krippe bis September 2018.
Um die Planungen zügig voranzubringen, war im Juni eine Ausschusssitzung
geplant, die nun von der Verwaltung abgesagt wurde. Das trifft in der Politik auf großes Unverständnis. Vor allem die Grünen werfen der Samtgemeinde vor, beim Projekt mit „angezogener Handbremse“ zu fahren. Christiane Melbeck (Grüne) hat deswegen beantragt, das Thema im nicht-öffentlich tagenden Samtgemeindeausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Dort soll eine „Beratung und gegebenenfalls Beschlussfassung“ erfolgen, heißt es in dem Antrag. Melbeck: „Es kann nicht sein, dass mit den konkreten Planungen bis nach den Sommerferien gewartet wird. Die Verwaltung braucht doch einen klaren Auftrag durch die Politik, ein Architekt muss beauftragt und eventuell muss ein Grundstück gefunden werden, die Zeit drängt.“ Die Mehrheitsgruppe CDU/SPD sieht - wie Gruppensprecher Manfred Cohrs (CDU) erklärte - „eine gewisse Dringlichkeit“, teile die Grünen-Kritik in ihrer Vehemenz allerdings nicht. Cohrs: „Wir erwarten aber, dass die Verwaltung auch ihre Arbeit macht und der Beschluss bis Sommer 2018 umgesetzt ist. Wenn sie hierfür mehr Zeit als bis zum Juni braucht, ist das verständlich.“
Rückendeckung erhält Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers von der AfD. Fraktionsvorsitzender Jens Krause sagte: „Die Dauerkritik am Samtgemeinde-Bürgermeister, vor allem aus der Mehrheitsfraktion, teilt die AfD nicht. Ganz im Gegenteil, wir sind mit der Vorarbeit der Verwaltung gerade beim Thema Kitas sehr zufrieden.“ Krause weiter: „Es muss auch allen klar sein, dass es Zeit braucht, das im Ausschuss empfohlene Konzept vom Kopf auf die Füße zustellen. Diese Zeit sollten wir uns - auch im Sinne unserer Kinder - nehmen.“
Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers weist jegliche Kritik an der Arbeit der Verwaltung zurück. „Wir verschleppen gar nichts, aber es muss der Politik auch klar sein, dass die Entscheidung für Hollenstedt weitreichender ist, als der Standort in Regesbostel.“
Albers nennt Beispiele: So hätte die Krippe in Regesbos-
tel um die 450.000 Euro gekos-
tet. Auch das Grundstück wäre schon vorhanden gewesen. Anders in Hollenstedt: Hier müssten die vorhandenen Grundstücke jetzt erst geprüft werden. Außerdem seien die Kosten im Haushalt nicht eingeplant. Albers: „Diese Entscheidung der Politik reißt uns Hunderttausende Euro ins Minus, wir brauchen die Zeit, dafür eine Lösung zu finden.“