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Kreistag des Landkreises Harburg verlief untypisch ohne jegliche Diskussion

Landrat Rainer Rempe (re.) verabschiedete Herbert Timm (Foto: mi)
Kreistag des Landkreises Harburg verlief untypisch ohne jegliche Diskussion

mi. Nenndorf. Im Kreistag des Landkreises Harburg war jetzt der Jahresbericht des ehrenamtlich tätigen Plattdeutschbeauftragten, Herbert Timm, der Höhepunkt der Sitzung. Das lag zum einen an der interessanten Person Timms, zum anderen daran, dass die Politik ansonsten jegliche Debatte ausließ.
Der Jahresbericht Herbert Timms war der letzte, den er im Kreistag halten wird. Timm gibt sein Ehrenamt nach 17 Jahren ab. Bitter: Einen Nachfolger gibt es bis jetzt nicht. Der scheidende Plattbeauftragte regte deswegen die Schaffung eines hauptamtlichen Plattdeutschbeauftragten an. Ein Vorschlag, der so auch schon von der CDU gemacht wurde.
Timms Rückblick zeigte deutlich, welch große Lücke sein Nachfolger füllen muss. In seiner Amtszeit hat Timm das Plattdeutsche, wie es ein Kreistagsmitglied etwas holperig formulierte, "aus einer gewissen Schmuddelecke herausgeholt". Gemeint ist: Platt, das lange Zeit eher als ein Makel gesehen wurde, den es auf dem Weg zum beruflichen und persönlichen Erfolg abzulegen galt, ist dank Herbert Timm im Landkreis wieder ein Stück heimatliche Identität, auf das man stolz sein darf. Es ist vor allem der Verdienst Herbert Timms, dass es heute Plattdeutsch-Programme für Kitas gibt, Wettbewerbe in Schulen, und sogar Plattdeutsch an der Volkshochschule. Herbert Timm gründete darüber hinaus ein Plattdeutsch-Zentrum im Haus des Gastes in Salzhausen und legte eine Bibliothek mit plattdeutscher Literatur an. Auch die Förderung des Plattdeutschen Theaters und der "Schulmester"-Tage - einer Art Plattdeutsch-Fortbildung für Lehrer - beruhen auf seiner Initiative.
Im Kreistag sprachen jetzt alle Fraktionen dem langjährigen Plattdeutschbeauftragten ihren Dank aus. Auf platt versteht sich.
• Ansonsten verlief die Sitzung des wichtigsten Gremiums des Landkreises Harburg so unspektakulär wie selten. Es gab keine Diskussion. Folgendes brachte der Kreistag auf den Weg:
Die Naturschutzgebiet (FFH-Gebiete) "Großes Moor und Aueniederung bei Wistedt" und "Kauers Wittmoor" wurden beschlossen. Ebenso wie die Umgestaltung der Abteilung Bürgerservice im Kreishaus, geschätzte Kosten ca 2,2 Millionen Euro. Außerdem wurde der Rettungsdienstbedarfsplan für den Kreis verabschiedet. Zum Schluss brachte der Kreistag die Schaffung eines Senioren- und Pflegestützpunktes auf den Weg. Kosten rund 90.000 Euro jährlich. Ebenfalls verabschiedete der Kreistag eine Vereinbarung zur Neuregelung der Zuständigkeiten bei Ortsdurchfahrten .