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Lärm nach A1-Ausbau: Hoffen auf Hilfe aus der Politik

SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler (3. v. li.): war beim jüngsten Treffen der Bürgerinitiative Lärmschutz A1 Hollentedt zu Gast (Foto: bim)
bim. Hollenstedt. Wie soll sich die Bürgerinitiative (BI) "Lärmschutz A1 Hollenstedt" nach der Bundes- und Landtagswahl aufstellen? Dieser Frage gingen die Lärm geplagten Anwohner in ihrer jüngsten Versammlung im Hotel "Hollenstedter Hof" nach. Außer Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers wohnte seitens der Politik nur die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler der Versammlung bei, die eigens dafür aus Berlin angereist war.
Etliche A1-Anwohner leiden seit Ende des sechsspurigen A1-Ausbaus im Jahr 2012 unter dem Autobahnlärm, da der verbaute Lärmschutz nicht ausreicht, das Tempolimit im Bereich Hollenstedt aufgehoben und zudem riffelige und Krach verursachende Agglomeratstreifen auf allen Fahrspuren auf die Fahrbahn aufgebracht wurden.
Wie berichtet, sehen weder Landes- noch Bundespolitik Handlungsbedarf, die Anwohner durch Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Ersetzen der Agglomeratstreifen zu entlasten - obwohl das auf anderen Autobahnabschnitten möglich ist.
So gelten z.B. im Abschnitt zwischen Rade und dem Buchholzer Dreieck 120 bzw. 130 km/h. Und Anwohner Eggert Oldenburg wollte wissen, weshalb die A1 bei Oyten anders behandelt werde als in Hollenstedt. In Oyten wurde für den dicht bebauten Abschnitt wieder ein Tempolimit eingeführt. Und auch in Hollenstedt, Wenzendorf und Appel wohnen etliche Bürger nur wenige Hundert Meter von der A1 entfernt.
BI-Sprecher Jörg Hanheide kritisierte erneut, dass bei den Lärmberechnungen im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses zum A1-Ausbau von der damals geltenden Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausgegangen worden sei. Außerdem flossen die Geräusche der Agglomeratstreifen, die sonst nur zum Standstreifen hin aufgebracht werden, ebenfalls nicht in die vor dem Ausbau erfolgte Lärm-Berechnung ein, da sie als "Verkehrszeichen" gelten würden, war in der Versammlung zu erfahren.
Anwohner Detlev Petersen: "Der geräuschmindernde Belag wird durch die Agglomeratstreifen ad absurdum geführt." Seine Vermutung: Die riffeligen Markierungen wurden aus Kostengründen gewählt, weil sie nicht so häufig erneuert werden müssten.
84 Betroffene haben seit Mai Petitionen an den Landtag formuliert. Svenja Stadler hatte im Wahlkampf auch Haustürbesuche in Hollenstedt gemacht. "Man konnte teilweise sein eigenes Wort nicht verstehen", so auch ihre Erfahrung. Sie will zum Sachstand beim Petitionsausshuss des Landes nachfragen und zum Thema eine Anfrage an das Bundesverkehrsministerium stellen, versprach sie.
Nach wie vor steht die Einladung an den früheren Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD), sich vor Ort den A1-Lärm anzuhören. Allerdings ist bislang fraglich, ob er auch Verkehrsminister bleibt.
• Das nächste Treffen der BI findet am 6. Dezember um 19 Uhr im "Hollenstedter Hof" statt. Dazu sind alle Interessierten und Betroffenen eingeladen.