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Repowering: In Wennerstorf sollen 200 Meter hohen Windräder aufgestellt werden

Soll auf 200 Meter erhöht werden: Eines der drei für das Repowering vorgesehenen Windräder bei Wennerstorf
mi. Wenzendorf. Die geplanten Repowering-Maßnahmen an den Windrändern in Wennerstorf (Gemeinde Wenzendorf) waren jetzt Thema im Rat der Gemeinde. Dabei zeigte sich: Wenzendorf bleibt kaum Spielraum, die Erhöhung der Anlagen mitzubestimmen. Am Ende stimmte der Rat mehrheitlich dafür, mit dem Betreiber der ABO-Wind einen städtebaulichen Vertrag über die Aufstellung neuer Anlagen auszuhandeln.
Es ist schon fast ein wenig ironisch: Die Gemeinde Wenzendorf war früher einmal Vorreiter bei der Ansiedlung von Windenergie - allerdings nicht ganz uneigennützig. Denn als Alternative für die Windradstandorte war damals eine Mülldeponie im Gespräch. Jetzt könnte der Gemeinde ihr Vorstoß für Ökostrom allerdings zum Nachteil gereichen.
Hintergrund: Das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises, das für Kommunen bindend ist, hält an den drei Anlagen in Wennerstorf fest. Hier soll demnach - wie vom Betreiber ABO-Wind gewünscht - sogenanntes Repowering durchgeführt werden. Das bedeutet, die Leistung der Anlage soll durch die Aufstellung modernerer und vor allem höherer Windräder gesteigert werden.
Was genau vorgesehen ist, erklärte Joachim Bock von der Betreiberfirma. Demnach sollen die vorhandenen Windräder mit einer Leistung von jeweils 1,3 Megawatt durch neue, bis zu 200 Meter hohe Anlagen ausgetauscht werden. Die neuen Windräder haben eine Leistung von 3,6 Megawatt. Laut Joachim Bock seien die Anlagen sogar leiser als die jetzt dort installierten. Auch der Schattenwurf durch die neuen Windräder soll laut dem Firmenvertreter nicht stärker auffallen, als bei den alten Anlagen.
Was allerdings Anwohnern gar nicht gefallen dürfte: Für Windräder dieser Höhe sind Signalleuchten zwingend vorgeschrieben. Um die Belästigung der Anwohner durch blinkende Lichter zu reduzieren, will der Anbieter hier allerdings freiwillig auf eine neue Technik setzen. Dazu erklärte Joachim Bock: „Derzeit werden Systeme erprobt, die nur dann Leuchtsignale aussenden, wenn ein Flugzeug sich in einem Abstand von vier Kilometern befindet oder es in einer Höhe fliegt, die niedriger ist als 600 Meter. Wir sind zuversichtlich, dass es uns deshalb auch mit den höheren Anlagen gelingt, die Störung durch blinkende Lichter so gering wie möglich zu halten.“ Auch bei der Entfernung zur Wohnbebauung habe man alle Anlagen in einem größtmöglichen Abstand platziert.
Hintergrund: Die Anlagen in Wennerstorf liegen nach aktuellen Richtlinien des Landkreises zu nah an der Wohnbebauung. Die Kreispolitik hat im Zuge des Regionalen Raumordungsprogramms für den Kreis einen Mindestabstand von 1.000 Metern vorgesehen. Die Bestandsgenehmigungen für die Anlagen in Wennerstorf gelten aber für geringere Abstände von rund 700 Metern. Die neuen, durch die Politik festgelegten Abstandsreglungen, greifen deshalb in Wennerstorf nicht.
Am Schluss stimmte der Rat mehrheitlich dafür, Bürgermeister Manfred Cohrs dazu zu ermächtigen, mit den Investoren eine städtebaulichen Vertrag für die Errichtung der Anlagen auszuhandeln. Allerdings kritisierten die Grünen, dass die Gemeinde das Thema Windenergie verschleppt habe. „Wäre man früher auf die Investoren zugekommen, hätte es mehr Spielraum bei der Höhe der Anlagen gegeben, weil damals die Marktbedingungen für die Betreiber noch besser waren. Heute bleibt den Betreibern bei Verhandlungen über die Höhe der Anlagen aus wirtschaftlichen Grünen kaum Spielraum“, kritisierte der Grüne Ratsherr Manfred Thiel.