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Teilweise Entwarnung für Altlast Rahmstorf - Gemeinde muss gefährliche Flächen mit Erde abdecken

Noch ist der Spielplatz in Rahmstorf gesperrt, In Teilen darf er bald wieder freigegeben werden
mi. Regesbostel. Der Müll, der im Regesbosteler Ortsteil Rahmstorf auf einem 4.000 Quadratmeter-Areal an der Straße „Zum Sand“ vergraben liegt, muss über Jahre weiter beobachtet werden. Eine Nutzung des Spielplatzes könnte jedoch teilweise weiterhin möglich sein. Das teilte jetzt der Landkreis Harburg auf Anfrage des WOCHENBLATT mit.
Rückblick: Die Fläche an der Straße „Zum Sand“ wurde seit 1945 als Deponie für Hausmüll aller Art verwendet. Schluss war damit 1980. Der Müll wurde zusammengeschoben und in einer Grube versenkt. Dann wuchs im wahrsten Wortsinn Gras über die Sache. Die Grünfläche wurde als Spiel- und Bolzplatz genutzt. Dem Landkreis, der in den 1990er Jahren ein Altlastenkataster erstellte, die Fläche mitzuteilen, hielten die Verantwortlichen damals nicht für notwendig. Erst im vergangenen Jahr wurde der Kreis durch Recherche des WOCHENBLATT auf die Deponie aufmerksam. Das Areal ist durch eine Fachfirma in den vergangenen Monaten intensiv untersucht worden. Experten führten Bohrungen durch und entnahmen dem Sediment diverse Proben. Die gute Nachricht für alle Anwohner: Von der Altlast geht laut Aussagen der Experten keine Gefahr für das Grundwasser aus. Demnach befinden sich auf einer Teilfläche des Spielplatzes im nördlichen Bereich eine geschätzt 400 Kubikmeter große Müllablagerung. Der Müll liegt dort teilweise nur 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche. Die Gutachter des Landkreises identifizierten den Abfall als Hausmüll. Sprich alles, was in der Zeit von 1945 bis 1980 in Haus, Garten und heimischen Betrieben an Müll angefallen ist, wurde dort entsorgt. Laut Gutachten ist der Boden dort mit verschiedenen organischen Schadstoffverbindungen (PAK) und Schwermetallen belastet Das sei typisch für Deponien dieser Art.
Bei Stellen, an denen die Ablagerung bis an die Erdoberfläche heranreicht, besteht laut Gutachten eine Gefährdung durch direkten Kontakt.
Wie jetzt mit der Fläche weiter verfahren wird, dafür hat die Kommune laut Kreissprecher Johannes Freudewald die Option entweder den Müll, der knapp unter der Oberfläche liegt, mit einer 0,5 Meter dicken Erdschicht sicher abzudecken, oder aber die komplette Altlast auszukoffern und zu entsorgen. Die Gutachter empfehlen in jedem Fall, die nördliche Fläche wegen des dortigen erhöhten Gefährdungspotenzials weiterhin zu sperren. Außerdem sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, um eine Verunreinigung des Grundwassers auch in Zukunft ausschließen zu können. Entwarnung gibt es dagegen für die südliche Fläche. Das Areal könnte, wenn die Gemeinde dem zustimmt, sofort wieder als Spielplatz genutzt werden. Der Verdacht einer Kontamination der Fläche mit dem Schwermetall Nickel habe sich demnach nicht erhärtet.