Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Unterkünfte für Asylbewerber fehlen

Heiner Albers

Samtgemeindebürgermeister Heiner Albers zur dramatischen Unterbringungssituation

Die Unterbringung von Asylbewerbern ist derzeit das Top-Thema in der Samtgemeinde Hollenstedt.
Zum einen, weil aktuell die Sammelunterkunft für 60 Personen in der Wohlesbosteler Straße in Hollenstedt bezogen wird. Vor allem aber auch, weil offenkundig ist, dass noch deutlich mehr Unterbringungsplätze geschaffen werden müssen. Deshalb sprach WOCHENBLATT-Mitarbeiterin Gabriele Basilius über dieses Thema mit Samtgemeindebürgermeister Heiner Albers.

WOCHENBLATT: Von welchen Fallzahlen gehen sie bei der Unterbringung von Asylbewerbern derzeit aus?
Heiner Albers: Bis Ende 2015 müssen wir, und weil der Zustrom weiter anhält, betone ich aus derzeitiger Sicht, in der Samtgemeinde noch mindestens 90 Personen dauerhaft unterbringen.
WOCHENBLATT: Wo soll das geschehen?
Heiner Albers: Darüber bin ich im Gespräch mit den sieben Ortsbürgermeistern der Samtgemeinde. Denn diese Aufgabe müssen wir gemeinschaftlich lösen. Doch bis auf Hollenstedt, das meiner Ansicht nach seine Quote jetzt erfüllt hat, hat leider keine Mitgliedsgemeinde Hurra geschrien.
WOCHENBLATT: Wann sollen den Gesprächen Taten folgen?
Heiner Albers: Wir können dieses Thema nicht aussitzen. Der Druck auf den Landkreis wächst stetig durch die Zuweisungspraxis des Landes. Nur einen Tag nach deren Ankündigung stehen Flüchtlinge mit einer Plastiktüte in der Hand vor dem Kreishaus. Diese Menschen müssen sofort untergebracht werden. Deshalb haben wir keine Zeit mehr, uns langfristige Lösungen zu überlegen.
WOCHENBLATT: Was bedeutet das konkret?
Heiner Albers: Diese Frage werde ich erst nach dem Treffen aller Bürgermeister des Landkreises mit dem Landrat beantworten können. Was ich sagen kann, ist dass wir noch in dieser Woche gemeinsam Wege aus der dramatischen Gesamtsituation erwarten.
WOCHENBLATT: Die Bürger der Samtgemeinde sollten sich also kurzfristig auf neue Mitbürger aus Kriegs- und Krisengebieten einstellen?
Heiner Albers: Eindeutig Ja.
WOCHENBLATT: Mit welchen Reaktionen rechnen Sie dann?
Heiner Albers: Die in der Samtgemeinde vorhandene Hilfsbereitschaft ist enorm und auch menschlich bewegend. Ich hoffe, sie wird sich auch im Hinblick auf steigende Asylbewerberzahlen noch ausweiten.
WOCHENBLATT: Vielen Dank für dieses Gespräch, Herr Albers.