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Weidetierhalter: "Wolfsmanagement funktioniert nur mit dem Gewehr"

Wird der Wolf zum Abschluss freigegeben? (Foto: bim)
mi. Landkreis. Im Kreistag kritisierte jetzt Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Schafzucht in Deutschland, den Umgang von Landesumweltministerium und Kreisverwaltung mit der Existenzangst der Weidetierhalter durch die Ausbreitung des Wolfes und kündigte an, den Abschuss eines Problemwolfsrudels beim Kreis zu beantragen. An dieser Eskalation trägt wohl auch der passive Umgang des Landes mit dem Thema bei.
„Das Wolfsbüro wird uns keine Referenten für eine Informationsveranstaltung zum Thema Wolf schicken.“ Was Landrat Rainer Rempe (CDU) jetzt im Kreistag erklärte, passt in das Bild, das Wendelin Schmücker gegenüber dem WOCHENBLATT vom Wolfsbüro in Hannover zeichnet. „Wir fühlen uns in keinster Weise mit unseren Belangen ernst genommen“, sagt der Schäfer. In Hannover lebe man eine Utopie von Wolf und Mensch, und das auf Kosten der Weidewirtschaft. „Gutes Wolfsmanagement funktioniert nur mit dem Gewehr“, so Wendelin Schmücker.
Hintergrund: Im Kreisgebiet ist es laut Statistik des Landes seit 2013 zu drei Wolfsrissen gekommen, zwei davon in diesem Jahr. Ein wirksamer Schutz von Schafherden und anderen Weidetieren ist aus Sicht der Betroffenen nicht möglich. Der Wolf passe sich schnell an. Zäune und andere Schutzmaßnahmen entfalteten keine dauerhafte Wirkung. Auch reichten  die Kompensationszahlungen des Landes nicht aus, um die tatsächlichen Schäden zu ersetzen. Dazu sagt Wendelin Schmüker „Die Bedrohung durch den Wolf hat für uns Existenz bedrohende Ausmaße angenommen.“ In einem Fall sei ein Schaden von rund 35.000 Euro durch einen Wolfsangriff entstanden.
Gegenüber dem WOCHENBLATT bekräftige Schmücker, man werde, um die Verantwortlichen aus ihrer Passivität zu reißen, den Abschuss eines Problemwolfsrudels im Landkreis Harburg beantragen. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass eine Prüfung unsere Einschätzung bestätigt und die Wölfe entfernt werden“, so der Schäfer .
„Die Untere Naturschutzbehörde ist für die Entscheidung, ob ein Wolf geschossen werden darf, nicht zuständig“, erklärte dazu Kreissprecher Johannes Freudewald. Das sei Sache des Landes.
Konfrontiert mit dem Vorwurf der Passivität erklärte Bettina S. Dörr, Pressesprecherin des Wolfsbüros des Landes Niedersachsen: „Das Wolfsbüro nimmt die Sorgen und Ängste der Bürger zum Thema Wolf sehr ernst. Leider ist die personelle Situation im Wolfsbüro (u.a. aufgrund mehrerer längerer krankheitsbedingter Ausfälle gepaart mit der jahreszeitlich bedingten Urlaubssaison) zurzeit sehr angespannt. Das sei auch der Grund, warum derzeit keine Referenten gestellt werden könnten.
Die Chance des ankündigten Antrags „auf Entnahme eines Wolfes“, wollte man beim Wolfsbüro nicht kommentieren. Hinweise auf „Problemwölfe“ im Landkreis Harburg habe das Ministerium allerdings nicht. Die Pressesprecherin betonte, nicht jeder Wolf, der Weidetiere reiße sei gleich ein Problemwolf. Betroffene Weidetierhalter hätten darüber hinaus Anspruch auf Entschädigungen, die beim Ministerium beantragt werden könnten.