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Wenzendorf: Im Plus trotz Investitionen

Erfreuliches Zahlenwerk: Der Haushalt der Gemeinde Wenzendorf wurde einstimmig verabschiedet
mi. Wenzendorf. Der Rat der Gemeinde Wenzendorf hat den Haushalt für 2018/2019 verabschiedet. Das Zahlenwerk zeigt, die Gemeinde ist finanziell sehr gut aufgestellt. Unter dem Strich steht demnach ein dickes Plus von rund 325.000 Euro. Auch in den kommenden Jahren rechnet man in Wenzendorf mit Überschüssen.
Fast nur Erfreuliches hatte jetzt Samtgemeinde-Kämmerer Wolfgang Raabe zu berichten, als er den Mitgliedern des Gemeinderats Wenzendorf den Haushalt für die Jahre 2018/19 vorstellte.
Die Gemeinde wird auch in den kommenden Jahren massiv in die Infrastruktur investieren. Beinahe alle Ausgaben finden allerdings im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms statt. Das bedeutet, sie werden mit rund 50 Prozent bezuschusst. Die Investitionen setzen sich wie folgt zusammen: 2018 investiert Wenzendorf 1,7 Millionen Euro für den Endausbau Wennerstorf und 30.000 Euro für Planungen im Rahmen der Dorferneuerung. In 2019 sind 974.000 Euro für den Bau und die Ausstattung eines Dorfgemeinschaftshauses vorgesehen. Die mittelfristige Finanzplanung sieht darüber hinaus in 2020 für die Umgestaltung von Dierstorf und der Straße Beckerberg nochmal insgesamt 1,3 Millionen Euro vor.
Die Förderung im Rahmen der Dorferneuerung macht es der Gemeinde laut Kämmerer Raabe möglich, aktuell und auch in Zukunft nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, sondern - trotz massiver Investitionen - sogar ein dickes Plus von rund 325.000 Euro zu erwirtschaften. In den folgenden Jahren rechnet der Kämmerer mit Überschüssen zwischen 95.800 und 115.400 Euro. Als Grund nannte Wolfgang Raabe vor allem sprudelnde Steuereinnahmen.
Hintergrund: Kommunen werden über einen bestimmten Schlüssel an den Einkommenssteuern beteiligt. Weil derzeit die Steuereinnahmen allgemein sehr hoch sind, profitiert auch die Gemeinde Wenzendorf von steigenden Steuerzuwendungen. Diese Entwicklung wird sich laut dem Kämmerer auch in den folgenden Jahren fortsetzen.
Bei den gemeindeeigenen Steuern sind keine Erhöhungen geplant. Die Hebesätze für Gewerbesteuer sowie Grundsteuer A und Grundsteuer B bleiben deshalb konstant bei 380 Prozentpunkten. Ein Wermutstropfen für die Gemeinde ist der prognostizierte Rückgang bei der Vergnügungssteuer, hier musste der Ansatz von über 200.000 Euro auf 120.000 Euro herabgestuft werden. Der Grund ist eine neue Mindestabstandsregelung für Spielhallen, die seit vergangenem Sommer greift (das WOCHENBLATT berichtete). Im Zuge dieser neuen Rechtslage musste auch die Spielhalle in Wenzendorf ihr Angebot massiv verkleinern. Was sich laut Kämmerer-Prognose bei den Steuereinnahmen niederschlagen werde.
Alle Ratsmitglieder und auch Bürgermeister Manfred Cohrs (WGW) waren mit dem Haushalt hochzufrieden. Eine kleine Kontroverse gab es dennoch: Ratsmitglied Manfred Thiel (Grüne) regte an, dass man nach Ausgaben für Straßen und Dorfgemeinschaftshaus in den kommenden Haushaltsjahren umdenken müsse und stattdessen den Bau einer Krippe oder eines Kindergartens (mit) finanzieren sollte. Thiel: „Die Samtgemeinde steht längst nicht so gut da wie Wenzendorf. Es wäre angebracht, dass auch Wenzendorf seinen Beitrag zur Zukunftsaufgabe Kinderbetreuung leistet.“ Bürgermeister Manfred Cohrs teilte diese Ansicht nicht. Er wies darauf hin, dass Wenzendorf rund die Hälfte seiner Einnahmen an die Samtgemeinde abführe, es könne also nicht die Rede davon sein, dass die Gemeinde nicht ihren Beitrag leiste.