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Wohin mit dem (Ab)Wasser bei Appelbeck?

Oberflächenwasser darf nicht ungefiltert in den Appelbecker See eingeleitet werden (Foto: archiv bim)
mi. Hollenstedt. Wie kann garantiert werden, dass bei starkem Regen Wasser, das auf der Gemeindeverbindungsstraße Nr. 8 (Hollenstedt - Appelbeck - Moisburg) anfällt, nicht ungefiltert in den Appelbecker See fließt? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Bauausschuss der Samtgemeinde Hollenstedt. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Zunächst soll die Verwaltung prüfen, ob es möglich ist, den Eigentümer des Ausflugsparkplatzes am Appelbecker See an den Kosten zu beteiligen.
„Oberflächenwasser ist wie Abwasser zu behandeln. Es darf nicht ungefiltert in Gewässer eingeleitet werden“. Diese EU-Umweltvorschrift wird die Samtgemeinde Hollenstedt bald viel Geld kosten. Der Grund: Bisher läuft das Oberflächenwasser von der Kreisstraße ungefiltert in den Appelbecker See. Um diesen Zustand zu beenden, hatte die Untere Wasserbehörde des Landkreises angeregt, die Samtgemeinde solle im Appelbecker See eine so genannte „Sedimentationsanlage“ - ein vom Rest des Sees getrenntes Sammelbecken - bauen. Die Anlage hat den Zweck, im Oberflächenwasser enthaltene Schadstoffe herauszufiltern. Das so geklärte Wasser kann dann unproblematisch in den See eingeleitet werden. Die Kosten für eine solche Anlage bezifferte Ingenieur Helge Beyer, der von der Samtgemeinde mit der Problemlösung beauftragt wurde, auf mindestens 250.000 Euro. Der Ingenieur schlug eine um 100.000 Euro günstigere Variante vor, die aber nicht die volle Zustimmung der Ausschussmitglieder fand. Klar war nur: Die Entwässerung rund um den See muss optimiert werden, denn selbst wenn - was nicht zu erwarten ist - die Untere Wasserbehörde beide Augen zudrückt, muss eine Lösung gefunden werden, da das Wasser momentan regelmäßig Schäden an der Straße verursacht.
Beyers Konzept sieht vor, das Wasser dezentral zu klären. Deswegen sind eine Reihe von Versickerungsmulden geplant, ein großer Teil des Wassers soll einfach in den Wald abgeleitet werden. Außerdem könne ein weiterer Teil des Wassers direkt an den Seitenrändern der Straße versickert werden. Hierzu müssten diese mit einem Spezialbelag ausgekleidet werden, der so stabil sei, dass er auch unproblematisch befahrbar sei.
Uneinigkeit gab es im Ausschuss allerdings über den zweiten Teil des Konzepts. Hintergrund: Laut den Ausführungen des Ingenieurs fällt ein Großteil des Wasser auf einem Parkplatz am Appelbecker See an. Der Parkplatz befindet sich in Privatbesitz. Das brachte Ausschussmitglied Jürgen Böhme (CDU) auf die Frage: „Warum ist eigentlich die Samtgemeinde für einen Parkplatz zuständig, der sich im Privatbesitz befindet?“ Sein Vorschlag: Der Flächeninhaber - es handelt sich um den Inhaber des Gasthauses „Appelbeck am See“ - solle an den Kosten beteiligt werden. Skeptisch äußerte sich dagegen Ruth Alpers von den Grünen. Sie sei sich nicht sicher, ob eine solche Kostenbeteiligung möglich ist, so Alpers. Nach kurzer Diskussion einigte sich der Ausschuss darauf, das Gespräch mit dem Eigentümer zu suchen. Gleichzeitig beauftragte der Ausschuss Beyer, sein Konzept mit der Unteren Wasserbehörde abzustimmen.