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„Die Entwicklung ist super gut“

Die Vorstandsmitglieder: v.li.: Andreas Jung, Marcus Marquardt, Thomas Löcherbach, Rolf Hermann Albers und Christian Neben

Dachdeckerhandwerk profitiert von boomendem Wohnungsbaumarkt

gb. Seevetal. „Die wirtschaftliche Entwicklung im Bauhandwerk ist super gut.“ Das sagte Obermeister Andreas Jung anlässlich der Innungsversammlung des Dachdeckerhandwerks des Landkreises Harburg im Seevetaler „Hotel Maack“. Damit profitieren die Dachdecker ebenso wie die gesamte Baubranche vom boomenden Wohnungsbau. Stolz sind die Dachdecker auf den zu Jahresbeginn bundesweit eingeführten Mindestlohn von 11,55 Euro für alle gewerblich Beschäftigten, der unabhängig von einer Innungszugehörigkeit auch an geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer gezahlt wird. Gleichwohl kann die Betriebsmitgliedschaft in einer Innung als Garant für faire Löhne angesehen werden. Kunden empfiehlt Andreas Jung grundsätzlich darauf zu achten, dass Firmen ihre Mitarbeiter fair bezahlen.

Dem bundesweiten Trend mit einem Minus von 4,5 Prozent in allen Ausbildungsberufen entsprechend, sind auch im Dachdeckerhandwerk die Ausbildungszahlen rückläufig. Während das niedersächsische Handwerk insgesamt 3,5 Prozent weniger Azubis verzeichnet, lag die Vergleichsquote bei den Dachdeckern bei 3,48 Prozent. Als Ursache für die sinkenden Ausbildungszahlen wird der demographische Wandel angesehen. Bundesweit danach befragt, wie junge Berufsanfänger zu ihrem Ausbildungsplatz gekommen sind, nannte die überwiegende Zahl Betriebspraktika als den häufigsten Einstieg ins Berufsleben. „Deshalb empfehlen wir künftigen Schulabgängern sich über Schulpraktika hinaus auch während der Ferien um Praktikantenstellen zu bemühen“, sagt Thomas Löcherbach. Der Lehrlingswart rät, das Handwerk grundsätzlich nicht zu unterschätzen. So seien die Anforderungen in allen Gewerken ständig gestiegen, was auch den Einsatz moderner Technik beinhaltet.

Das Thema Fortbildung stand auch für die Innungsmitglieder selbst auf der Tagesordnung. Jens Strampe, Fachberater von Braas-Bedachungen, referierte über Neuerungen im Bereich der Technik. Hier standen Dachsystemteile wie Solarmodule, Dämmlösungen und Schneefang im Mittelpunkt. Das Hauptaugenmerk galt den neuen Hohlfalzziegeln. Bei der Eindeckung mit der Pfanne mit dem typisch norddeutschen Profil genügen rund zehn Dachziegel pro Quadratmeter. Gegenüber der normal üblichen zwölf bis 14 Pfannen bedeutet das eine Senkung von Kosten und Verlegezeiten.

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Wahl des Zweiten Obermeisters. Hier sprach sich die Dachdecker-Innung für Marcus Marquardt aus. Der Tostedter folgt auf Bernd Fittschen, der, bedingt durch die Verlegung seines Betriebes, nun der Innung des Landkreises Stade angehört.