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Kinder sind sauer auf miese Langfinger

at. Horneburg. Die Einbruchserie in den Kindergärten in der Samtgemeinde Horneburg reißt nicht ab. Unbekannte stiegen in den vergangenen Wochen in acht Kindergärten in Horneburg, Dollern, Agathenburg, Nottensdorf und Bliedersdorf ein. Die Kitas "Moorwichtel" in der Gemeinde Horneburg und die "Wichtelburg" in Agathenburg waren gleich zweimal Ziel der Einbrecher.
Die Täter durchstöberten die Einrichtungen nach Bargeld und technischen Geräten. Fast überall demolierten sie Türen und Fenster. Allein im Kindergarten Dollern beträgt der Schaden nach Angaben der Leiterin mehrere Tausend Euro. In der Agathenburger Kita "Wichtelburg" hebelten die Unbekannten das Küchenfenster auf. Nachdem sie alle Räume durchsucht hatten, nahmen sie als Beute unter anderem ein Schlüsselbund mit. Nun muss für ein paar Hundert Euro die komplette Schließanlage ausgewechselt werden.
Leiterin Kerstin Kiwitt und die "Wichtelburg"-Mitarbeiter haben keinerlei Verständnis für die Taten: "In einem Kindergarten ist doch kaum Bargeld zu erbeuten." Allerdings nahmen die Einbrecher zwei Laptops, eine Spiegelreflexkamera sowie eine Digitalkamera mit. "Der ideelle Schaden ist immens", sagt Kiwitt: "In den Geräten steckten Chips mit Tausenden von Bilddateien." Unzählige Fotos von Geburtstagen und Feierlichkeiten seien nun für immer verloren.
Nicht nur die Mitarbeiter im Kindergarten sind empört, auch die Kinder sind sauer auf die Ganoven. "Die Kleinen waren richtig wütend, dass jemand in ihren Kindergarten eingebrochen ist", sagt Kiwitt. Aber so hatten die Kinder auch die Gelegenheit, den Polizisten und den Ermittlern der Spurensicherung bei der Arbeit zuzuschauen. Als die Beamten den Tatort inspizierten, verfolgten die Jungen und Mädchen alles ganz aufmerksam. Auf einem großen Plakat, das jetzt im Flur der Kita hängt, haben die Kinder ihre Erlebnisse dokumentiert: Zu sehen sind Fotos der Spurensicherung und bunte Fingerabdrücke der Kinder. Inzwischen ist eine Alarmanlage installiert, die den Dieben einen gehörigen Schrecken einjagen wird, sollten diese es erneut auf die "Wichtelburg" abgesehen haben.
Die Polizei habe noch keine heiße Spur, so Pressesprecher Rainer Bohmbach von der Polizeiinspektion Stade. Einige Kindergärten seien zwar mit dem Zug gut zu erreichen, was womöglich auf Täter von außerhalb schließen lasse. Ob es aber immer dieselben Täter sind, ist laut Bohmbach noch völlig offen.