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Alles läuft nach Plan

Zwischen den neu entstandenen Deichen ist ein kleiner See entstanden. Bei Flut fließt das Wasser aus dem neuen Flussarm über die Schüttsteine im Vordergrund Richtung Bullenbruch.
Aue-Verlegung in den letzten Zügen / Letzte Arbeiten folgen im Frühjahr / Bullenbruch 2016 dran

at. Horneburg. Die Bauarbeiten zur Verlegung der Aue in Horneburg liegen in den letzten Zügen. Im Frühjahr soll die Maßnahme abgeschlossen sein, das berichtet die zuständige Planungsbehörde der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Künsten- und Naturschutz (NLWKN). "Wir liegen im Zeitplan", sagt Projektleiter Jan Thure Berndt vom NLWKN. Die Deichsicherheit für den Flecken Horneburg ist gegeben, versichert der Experte. Zurzeit würden noch die letzten Erdarbeiten an den Deichen laufen. Weitere Grünarbeiten und der Deichkronenweg folgen als letzter Schritt im nächsten Jahr. Die Baumaßnahme an der Kreisstraße 36 hat 4,3 Millionen Euro gekostet.
Während der Aue-Verlegung sind ein neuer Flussarm und zwei Schutzdeiche entstanden (das WOCHENBLATT berichtete). Der bisherige Verlauf des Flusses entlang der Häuser am Marschdamm blieb auf Wunsch des Fleckens optisch erhalten. Über einen neuen Verbindungsgraben ist der Fluss mit dem Mühlenteich sowie über Rohre mit dem neuen Verbindungsarm der Aue im südlichen Bereich verbunden. So ist ein Wasseraustausch im alten Auearm weiterhin gewährleistet und eine Verschlickung wird verhindert. Die Rohre lassen sich mittels eines Schiebers bei Flut verschließen, so kann der dafür zuständige Flecken bei Hochwasser die Wassermenge regulieren.
Während der Baumaßnahmen, der sogenannten "Teichlösung", wurden auf der Bullenbruch-Seite und der Marschdamm-Seite ein neuer Deich gebaut. In deren Mitte ist mittlerweile ein kleiner See entstanden. Das Biotop ist das Zuhause von vielen Tieren. Bei Niedrigwasser verläuft der Fluss in dem neuen Arm, bei Hochwasser wird die Fläche zwischen den Deichen überflutet. Das Wasser in dem neu geschaffenen Flussbett hat sich noch nicht dem Flusslauf angepasst. Das wird noch einige Zeit dauern, sagt Projektleiter Jan Thure Berndt. Steigt das Wasser zwischen den Deichen auf 2,30 Meter über normal Null fließt es über eine mit Schüttsteinen befestigte Böschung Richtung K36. Unterhalb der Straße befinden sich Durchlässe, die das Wasser in den Bullenbruch leiten.
In einem weiteren Bauabschnitt entsteht dort ein Hochwasserentlastungspolder – eine Fläche, in die das Wasser bei einer Sturmflut oder Hochwasser hineinlaufen kann. Der Bau ist für das Jahr 2016 geplant. Zurzeit prüft der Landkreis das Planfeststellungsverfahren für die Maßnahme. Für den Bau im Bullenbruch ist der Deichverband der zweiten Meile verantwortlich. Diese Maßnahme soll den Hochwasserschutz für den Flecken Horneburg komplettieren, heißt es von Seiten des NLWKN.
Im Zuge der Bauarbeiten wurde das denkmalgeschützte und historische Pegelhaus versetzt. Es soll vielleicht bald ein Museum werden, das überlegt der Flussverein. Die moderne elektronische Messtechnik ist bereits in einem neuen Schaltgebäude in der Hafenstraße untergebracht.