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Aue-Verlegung geht zügig voran

Das Baugebiet von oben: Zwischen den neuen Deichen (grün) ist bereits ein Biotop entstanden (Foto: NLWKN)
lt. Horneburg. Die Verlegung der Aue/Lühe in Horneburg (das WOCHENBLATT berichtete) geht zügig voran. Gemeinsam mit Projektleiter Jan Thure Berndt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) schauten sich Horneburgs Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Detje und Bauausschuss-Vorsitzender Richard Wilke kürzlich auf der Großbaustelle an der K36 um. Dabei waren auch Friedrich Tönjes, technischer Berater der Deichverbände, der Aufgabenbereichsleiter Peter Schley sowie der Oberdeichrichter der I. Meile Alten Landes, Arend Fischer.
Momentan rammen die Arbeiter nahe der Marschdammbrücke Spundwände für einen 40 Meter langen Damm (nördlicher Fangedamm) in den Boden. Der Damm unterbricht den derzeitigen Verlauf der Lühe südwestlich der Einmündung des Mittelkanals.
Die neuen insgesamt rund 650 Meter langen Deiche B und C des Deichverbandes der Zweiten Meile Alten Landes im östlichen Bereich sind weitgehend fertig. Sie müssen nur noch profiliert und begrünt werden. Außerdem sollen noch Wege angelegt werden, so Jan Thure Berndt. Ebenfalls fertiggestellt sind die Überlaufschwelle zum Bullenbruch sowie die Gewerbegebietsentwässerung.
Das neue Flussbett ist bereits deutlich erkennbar. Vom Mühlenteich bis zum Marschdamm wird die alte Lühe zur Aue und als Bundeswasserstraße entwidmet. Der alte Deich bleibt in diesem Bereich erhalten.
Auf Wunsch des Fleckens bleibt außerdem der Altarm der Aue erhalten, der über einen neuen Verbindungsgraben mit dem Mühlenteich sowie über Rohre mit dem neuen Verbindungsarm der Aue im südlichen Bereich verbunden wird. Über die Rohre kann der dafür zuständige Flecken künftig den Wasseraustausch im Altarm regulieren. Vorher sollen der Altarm und der Mühlenteich noch einmal entschlammt werden, so Berndt.
Die rund 400 Meter lange neue Deichlinie A im westlichen Bereich (Deichverband der I. Meile Alten Landes) nimmt ebenfalls Gestalt an. Sie verläuft von der Einmündung des Mittelkanals in die Lühe bis zum südlichen Ende des Altarms der Aue, wo der Anschluss an den vorhandenen linken Auedeich erfolgt.
In dem ehemaligen Sumpfgebiet mussten dafür Bäume gerodet und Boden ausgetauscht werden.
Für die standsichere Gründung des Deiches wurde ein ummanteltes Sandpaket verlegt und Kleiboden seitlich angedeckt. Der Kleiboden wurde teilweise aus der Fläche zwischen den neuen Deichen entnommen. Hier entsteht ein Biotop, das bei Hochwasser volllaufen kann. Schon jetzt werde die Fläche von vielen Tieren angenommen, so Richard Wilke.
Eine Herausforderung bei der Flussverlegung sei, dass alle Maßnahmen zeitlich so abgestimmt und geplant werden müssten, dass der Hochwasserschutz immer gewährleistet sei, so Projektleiter Berndt. Wenn alles weiter nach Plan laufe, werde die Baumaßnahme im Frühjahr 2015 abgeschlossen sein.
Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 4,3 Mio. Euro wurden bereits 2,1 Mio. investiert. Insgesamt wurden bis jetzt rund 200.000 Kubikmeter Boden bewegt.