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Dieser Mann liebt Metall: Rentner haucht altem Eisen neues Leben ein

Metall und Mechanik: Beide Dinge haben es Johannes Meyer besonders angetan. Der Rentner kreierte mit dem Schweißbrenner ein recht skurriles Technik-Denkmal. Es besteht aus unzähligen Zahnrädern
jd. Horneburg. Johannes Meyer hat sich sein privates Paradies zusammengeschweißt Andere nennen es Krimskrams, für ihn sind es Kostbarkeiten: Johannes Meyer (72) hat im Laufe seines Lebens Abertausende von Dingen zusammengetragen. Mit einem Teil der "Beute" von seinen Streifzügen über Flohmärkte und Schrottplätze wurden von ihm Garten mitsamt Gartenhäuschen dekoriert. Der große Rest ist auf Garage und Schuppen verteilt. Doch Hannes, wie die Nachbarn ihn nennen, ist nicht nur begeisterter Sammler: Der Rentner haucht altem Eisen neues Leben ein. Mit seinem Schweißbrenner verwandelt er ausgemusterte Metall-Teile in Kunstwerke.

"Neben dem Sammeln ist Schweißen mein großes Hobby", sagt das Horneburger Original. Dass er ein Faible für Metall besitzt, ist unübersehbar: Überall stehen selbstgemachte Deko-Objekte aus Stahl oder Eisen. Den Vorgarten zieren eine Windmühle, gefertigt aus Blechen, sowie ein pompöses Gebilde, das aus unzähligen Zahnrädern zusammengesetzt ist. Daneben steht eine Blumenampel - ebenfalls aus Metall. Da stellt sich die Frage, was beeindruckender ist: Die üppigen Blüten der Hortensien, die darin wuchern, oder die Tatsache, dass das gute Stück mit 1.250 Zündkerzen dekoriert ist. Natur und Technik - bei Hannes Meyer wird beides auf recht außergewöhnliche Weise miteinander kombiniert.

Die Ideen zu seinen eigenwilligen Kreationen kommen dem Hobby-Schweißer ganz spontan: "Ich füge das Material zusammen, das mir gerade zur Verfügung steht." Auf diese Weise sind unter anderem ein Blumenständer aus Schraubstöcken und ein Brunnen aus alten Wasserleitungen entstanden. Die Wäscheleine ist natürlich nicht an schnöden Holzpfählen befestigt, sondern an Stahlrohren, die rundum mit Eisen-Gewichten verziert sind. Dazu Hufeisen in Hülle und Fülle. Das eiserne Pferdeschuhwerk hat es dem gelernten Landwirt, der später zum Rohrleitungsbauer umsattelte, besonders angetan: Die metallenen Glücksbringer ließen sich besonders gut verarbeiten, so Meyer.

Derzeit ist er dabei, Gartenstühle zusammenzuschweißen - mit Hufeisen als Sitzfläche. Zwei davon hat er gerade ausgeliehen. Auf ihnen wird bei einer Goldenen Hochzeit das Brautpaar thronen. Aus unzähligen Hufeisen ist auch Meyers "Meisterwerk" zusammengesetzt: ein Schaukelstuhl mit Armlehnen und Baldachin. In ihm entspannt sich der emsige Hobby-Handwerker, wenn er den Schweißbrenner mal kurz zur Seite legt.

Sein Lieblingsplatz befindet sich aber in seiner "Schatzkammer" - dem Gartenhäuschen: Dort, inmitten seiner Sammelsurien, verbringt Hannes Meyer seine Zeit, wenn er nicht gerade auf Achse ist oder werkelt. Dort lehnt er sich zurück in seinen Sessel und freut sich über die kleine Idylle, die er sich im Laufe der Jahrzehnte erschaffen hat: Der Rentner ist glücklich und zufrieden. Ob das wohl auch an den vielen Hufeisen liegt?