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Ein Mann im "Frauenjob": Junger Horneburger arbeitet als Arzthelfer

Arzthelfer und Ärztin: Christopher Grube mit seiner Chefin Susann Schütt
jd. Horneburg. Was den Job angeht, haben Frauen die meisten Männerbastionen erobert. Selbst in Handwerksberufen zeigen die Mädels ihren männlichen Kollegen, wo der Hammer hängt. Doch wie läuft es andersherum mit der Emanzipation? Männer in typischen Frauenberufen sind weiterhin rar gesät. Zu dieser "Minderheit" zählt Christopher Grube aus Horneburg. Er arbeitet als Arzthelfer - oder wie es neuerdings heißt: als medizinischer Fachangestellter (MFA). Der 20-Jährige steht zu seiner Berufswahl: "Ich komme mir deshalb nicht unmännlich vor."

Trotz Gleichberechtigung und Gender-Debatte gibt es sie noch immer: Jobs, bei denen die Geschlechterrolle quasi festzementiert ist. Dazu zählt sicherlich die Arzthelferin. Denn Hand aufs Herz: Wer hat jemals einen männlichen Arzthelfer zu Gesicht bekommen? Daher dürften auch die Patienten der Ärzte Dr. Peter Gründahl und Dr. Susann Schütt in Horneburg nicht schlecht gestaunt haben, als dort erstmals ein junger Mann hinterm Tresen stand.

Als Christopher Grube vor drei Jahren seine Ausbildung in der Gemeinschaftspraxis begann, blickte er in manche skeptische Miene. Doch die anfängliche Verwunderung war schnell verflogen: "Bei unseren Patienten ist Christopher wegen seiner fröhlichen Art äußerst beliebt", sagt Susann Schütt. Besonders die Reaktion einiger älterer Damen habe ihr gefallen: "Die meinten, ein netter junger Bursche sei doch mal eine willkommene Abwechslung in der Praxis."
"Christopher hinterließ bei einem Schulpraktikum einen sehr positiven Eindruck. Wir hatten ihn noch bestens in Erinnerung, als später seine Bewerbung kam", berichtet die Ärztin. Für die Praxis sei der junge Mitarbeiter in jeder Hinsicht ein Gewinn, so Schütt: "Das ist auch gut für das Betriebsklima, wenn nicht nur Frauen unter sich sind."

Ganz allein auf weiter Flur steht der frischgebackene MFA, der vor Kurzem seine Prüfung ablegte, übrigens nicht: "Ich meiner Fachklasse auf der Berufsschule hatte ich zwei männliche Mitschüler", berichtet die Christopher. Ansonsten hätte er aber auch kein Problem damit gehabt, in der Schule allein unter Mädchen zu sein: "Ich wurde von den Mädels akzeptiert. Die fanden es gut, dass ich einen für Männer eher untypischen Job mache."

Doch wie sehen andere Männer die Sache? Musste Christopher nicht jede Menge Spott und Häme seitens seiner Kumpel einstecken? "Ganz und gar nicht. Meine Freunde finden meinen Beruf in Ordnung", erklärt Christopher. Einen Bürojob hätte er sich niemals vorstellen können und das Handwerk sei auch nicht so sein Ding: "Ich wollte gern etwas machen, bei dem ich viel mit Menschen zu tun habe."

Christopher wird wohl nicht mehr lange zu einer "Minderheit" gehören: Er plant, sich zum Notfallsanitäter ausbilden zu lassen. Und in dem Job sind Männer bekanntlich nicht selten anzutreffen.