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Familie lebte in Bruchbude

Das Haus an der Hauptstraße in Agathenburg steht ist leer. Die Sanierung würde zu viel Geld kosten, deswegen soll es bald abgerissen werden.
Samtgemeinde Horneburg will Unterkunft für Asylbewerber und Obdachlose abreißen

at. Agathenburg. Das Dach ist undicht, die Außenwände bröckeln und die Wände sind feucht - bis vor drei Wochen lebte in dem Haus an der Hauptstraße 57 in Agathenburg noch eine asylsuchende Familie mit kleinen Kindern.
Bald wird deren ehemalige Unterkunft, die der Samtgemeinde Horneburg gehört, abgerissen. Das empfehlen zumindest die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig dem Samtgemeinderat. Dass seine Mitglieder dafür stimmen, gilt als sicher. Eine Sanierung des Hauses ist wegen der zu hohen Kosten ausgeschlossen. Wie viel Geld das Projekt insgesamt verschlingen würde, steht nicht fest. "Wir haben bei 200.000 Euro aufgehört zu rechnen", sagt Bauamtsleiter Roger Courtault. Das Haus sei abgewohnt und der Abriss aus wirtschaftlichen Gründen gerechtfertigt, so Courtault. Was anschließend mit dem Grundstück passiert, steht noch nicht fest.
Die Familie, die in dem Haus lebte, ist seit Ende November in einem neuen Zuhause untergekommen.
Die Mängel an dem Gebäude seien erst Ende des Jahres bekannt geworden, sagt Fachbereichsleiter Hans-Jörg Allenberg. Er ist in Horneburg für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständig. "Das Haus ist an sich noch bewohnbar", sagt Allenberg. Die Samtgemeinde hätte vorher von den Mängeln nichts gewusst.
Ein Handwerker wollte im Haus die Wände neu verputzen. Der Putz hielt aber nicht und durch das entstandene Loch in der Wand kamen alte Stromkabel zum Vorschein. Eine Begutachtung durch einen Experten ergab, dass die Elektronik im Haus komplett erneuert werden müsste. Dabei blieb es aber nicht. Die Bauverwaltung entdeckte auch einen morschen Trägerbalken, der sofort abgestützt wurde, außerdem sind Fenster, Sanitäranlagen, die Küche und die 22 Jahre alte Ölheizung sanierungsbedürftig oder müssten ausgetauscht werden.
Das Haus an der Hauptstraße in Agathenburg wurde 1900 gebaut und ist laut Aussage der Samtgemeinde seit etwa 30 Jahren in ihrem Besitz. Das Gebäude war eine von insgesamt sieben Unterkünften für Obdachlose und Flüchtlingen in Horneburg. Massenunterkünfte sind politisch in Horneburg nicht gewollt. Das biete zu viele Reibungspunkte, hieß es vonseiten der Samtgemeinde.