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Granate durch Zufall entdeckt

Die Granate aus dem Zweiten Weltkrieg war noch intakt. (Foto: Polizei)
Sondengänger finden scharfe amerikanische Munition im Burggraben / Kampfmittelräumdienst verständigt

at. Horneburg. Sondengänger haben am Samstagnachmittag eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg in Horneburg gefunden. Die Granate lag 70 Jahre lang versteckt im Burggraben der "Schlossinsel". Sie ist vermutlich bei Baggerarbeiten zutage gefördert worden. Die Polizei sperrte den Bereich ab. Trotzdem: Die Situation sei brenzlig gewesen, sagt Sprengmeister Ralf Reisender von der Kampfmittelbeseitigung aus Munster.
Die Sondengänger waren am Samstag gemeinsam mit der Kreisarchäologie unterwegs, um nach historisch wertvollen Gegenständen zu suchen. Sie hatten dafür eine Genehmigung vom Eigentümer. Der Burggraben war für das Sonden vor einigen Wochen ausgebaggert und Bäume in der Umgebung gerodet worden.
Die amerikanische Handgranate, die vermutlich ein Panzer- oder Flackgeschoss war, lag im ausgebaggerten Schlamm. Der Zünder auf der Patrone sei noch intakt gewesen, sagt Sprengmeister Ralf Reisender vom Kampfmittelräumdienst aus Munster. Er entsorgt täglich solche Geschosse. Die Granate war verrostet, dennoch bleibt der Sprengstoff im Inneren wie neu. Besonders in Verbindung mit Wasser kann sich die Sprengkraft einer solchen Granate schnell verdoppeln, sagt der Experte. Die Granate in Horneburg transportfähig gewesen. Ralf Reisender und sein Kollege nahmen sie mit nach Munster, dort wird sie in einem Sprengofen fachmännisch entsorgt.
Im Zweiten Weltkrieg hatten die englischen Streitkräfte ihre Stellung im Schloss bezogen. Englische und amerikanische Soldaten standen in engem Austausch, auch was die Munition betraf. Die Granate sei nicht abgeschossen worden. Vermutlich, so Ralf Reisender, wollte man die Granate in Horneburg einfach schnell loswerden. "Es war durchaus üblich, die Munition einfach in der Landschaft oder in Gewässern zu entsorgen", so Reisender. Erst im Mai fand ein Landwirt in Kutenholz auf seiner Wiese einen Panzer im Boden (das WOCHENBLATT berichtete)
Laut Polizei habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes weisen darauf hin, dass gefundene Kriegsmunition weder angefasst noch transportiert werden darf. Im Fall eines Fundes bitten die Beamten darum, sofort die Polizei zu verständigen.
• Auf der "Schlossinsel" in Horneburg errichtete der Erzbischof von Bremen im Jahr 1255 eine Burg. Sie bot Schutz für die adligen Familien, die in Horneburg lebten. Vermutlich führten zwei Zugbrücken auf die Insel, die hölzernen Pfeiler sieht man noch heute, wenn der Graben kein Wasser führt. Die Schutzburg ist im frühen 16. Jahrhundert aufgegeben worden.