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Hilfe auch bei Herzstillstand

Ein Rucksack, der Leben retten kann: Jan Lehmkau, Thorsten Leonhard (Ortsbrandmeister Agathenburg), Jens Westphal (Dollern), Annika Hafgengenscheit (Agathenburg), Torben Schulze (Samtgemeindebrandmeister) und Manuel Buuck (Dollern) zeigen das neue Equipment der Feuerwehr.
 
Annika Hafgenscheit ist für den Notfallrucksack verantwortlich und kümmert sich darum, dass alles an seinem Platz ist.
Neuer Einsatzbereich für die Feuerwehr / Notfallgruppen sorgen für lückenlose Versorgung

at. Horneburg. In einem medizinischen Notfall zählt jede Minute. 70 Feuerwehrmänner und Frauen aus der Samtgemeinde Horneburg bildeten sich aus diesem Grund in den vergangenen Monaten zum professionellen Ersthelfer weiter. Hintergrund: Sie ergänzen die Notfall-Versorgung in allen fünf Mitgliedsgemeinden. In sogenannten "Notfallgruppen" rücken sie aus, wenn der Rettungswagen nicht rechtzeitig zur Stelle ist.
Samtgemeindebrandmeister Torben Schulze: "Wir stehen dabei nicht in Konkurrenz zum Rettungsdienst. Ganz im Gegenteil: Wir arbeiten Hand in Hand." Passiert ein medizinischer Unfall und der Rettungswagen ist nicht vor Ort, alarmiert die Leitstelle auch die freiwilligen Ersthelfer der Feuerwehr, die in einem Team mit maximal drei Personen ausrücken. Sie leisten Erste Hilfe und übergeben den Patienten anschließend an die Sanitäter.
Schulze: "Das heißt nicht, dass der Rettungswagen aus Horneburg abgezogen wird." Die Sanitäter seien durch den Bau der Autobahn 26 oft überregional gefordert. Ist das Team aus Horneburg im Einsatz, kommen die Einsatzkräfte aus Buxtehude, Bargstedt und Stade. Wertvolle Zeit kann auf Weg verloren gehen. Die Ehrenamtlichen versuchen, diese Lücke bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu schließen.
Mit Agathenburg als letzte der fünf Gemeinden sind nun alle Wehren mit einem speziellen Rucksack ausgestattet. Ein Notfallgepäck, das Leben retten soll: Defibrilator und Sauerstoffmaske sind darin verstaut. Darüber hinaus Verbandsmaterial und Einweghandschuhe. Die Fördervereine und die Samtgemeinde finanzierten die 1.800 Euro teuren Stücke jeweils zur Hälfte. Fünf Exemplare und ein Ersatzrucksack wurden angeschafft. Darüber hinaus zwei Trainingsrucksäcke.
In einer 30-stündigen Ausbildung lernten die Freiwilligen, was im Notfall zu tun ist. Erfahrung hat bereits die Notfallgruppe im Flecken Horneburg: Sie existiert seit mehr als zwei Jahren. Bis zu neun Einsätze haben sie im Jahr. Ihre Mitglieder halfen bei der Ausbildung der Freiwilligen aus den übrigen Gemeinden. Aufbauen können die Ehrenamtlichen auf ihre Grundkenntnisse in Erster Hilfe, die aber nicht so tiefgründig sind, wie in der Ausbildung zum professionellen Ersthelfer.
Der Wert solcher Notfallgruppen zeigte sich im vergangenen Jahr bei einem Patienten in Dollern: Der Mann erlitt einen Herz-Kreislaufstillstand. Jens Westphal, Mitglied der Ortswehr Dollern, war als Ersthelfer vor Ort. Er versuchte den Mann unter Einsatz des Defis wiederzubeleben. "Ich war sehr aufgeregt. Aber am Ende habe ich einfach das getan, was ich gelernt habe", sagt Westphal.
Genau das qualifiziere die Mitglieder der Feuerwehr für diesen zusätzlichen Dienst. "Sie bringen bereits durch ihre Ausbildung die Fähigkeit mit, in kniffligen Situationen ihr Wissen abzurufen", sagt Jan Lehmkau. Er ist ausgebildeter Notfallsanitäter und Mitglied der Feuerwehr. Ihm liegen noch mehr Anfragen von Freiwilligen vor, die die Ausbildung zum professionellen Ersthelfer machen wollen.