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"In Somalia gibt es keine Zukunft für meine Familie"

Asylbewerber Ahmed beneidet alle, die Arbeit haben
lt. Bliedersdorf. Auf der Flucht vor islamistischen Terroristen ist Ahmed* (24) aus dem afrikanischen Somalia nach einer vierjährigen Odyssee über Libyen, Italien und Schweden vor gut einem Jahr in Deutschland gelandet. Inzwischen wartet der junge Mann in einer Asylbewerber-Unterkunft in Bliedersdorf (Samtgemeinde Horneburg) auf seine Anerkennung.
Er hofft, dass er in Deutschland bleiben darf. "In Somalia gibt es keine Zukunft für mich und meine Familie", sagt Ahmed, der eine kleine Tochter (2) hat. Die ist mit ihrer Mutter derzeit in Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) untergebracht. Ein Antrag Ahmeds, zu den beiden ziehen zu können, läuft.
Dabei gefällt es Ahmed in Bliedersdorf sehr gut. "Hier wohnen nette Leute, es ist schön ruhig und ich bekomme viel Unterstützung", sagt der Asylbewerber. Bloß schlafen könne er schlecht. Das liege nicht nur an den Albträumen, die ihn oft heimsuchten, auch die fehlende Beschäftigung sei schuld, glaubt Ahmed.
Gerne würde er arbeiten, sich in einem Restaurant nützlich machen. Doch bisher hat ihm auf Nachfrage niemand einen Job angeboten.
Er beneide die Deutschen, die Arbeit haben und "einfach ihr Leben leben können", so Ahmed. Mehr wolle er für seine Familie auch nicht.

Ahmeds Heimatland Somalia liegt am Horn von Afrika im äußersten Osten des Kontinents, hat gut zehn Millionen Einwohner und ist seit Jahrzehnten vom Bürgerkrieg zerrüttet. Mangelernährung und Infektionskrankheiten sind verbreitet. Schätzungsweise 70 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Die Verstümmelung weiblicher Genitalien wird in Somalia an etwa 95 Prozent der Mädchen vorgenommen. Nur schätzungsweise 13 Prozent der Jungen und sieben Prozent der Mädchen besuchen eine Schule.
Die Terrororganisation Al-Shabaab, von der auch Ahmed bedroht wurde, kontrolliert Teile Südsomalias und setzt dort eine strenge Auslegung der Scharia durch. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika und die Beteiligung an einem weltweiten islamistischen Dschihad. (Quelle: Wikipedia)

*Vollständiger Name der Redaktion bekannt