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Keine alten Autos im Ortskern: Gebrauchtwagen-Handel soll von der Agathenburger Hauptstraße verschwinden

Die Verfügung des Landkreises flattert am Zaun
jd. Agathenburg. Sie sind nicht gerade eine Bereicherung für das Ortsbild: die alten Autos, die sich auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle und Kfz-Werkstatt direkt an der B73 in Agathenburg befinden. Nachdem beide Betriebe vor Jahren aufgegeben wurden, ließ sich dort ein Gebrauchtwagenhändler nieder. Seitdem lagern auf der Außenfläche zahlreiche Pkw in unterschiedlichem Zustand. Das Treiben auf dem umzäunten Platz ist der Gemeinde schon länger ein Dorn im Auge. Mittels eines Bebauungsplans soll der Auto-Händler von dem Grundstück verbannt werden. Doch der B-Plan ist wohl nicht mehr erforderlich: Der Landkreis ließ das Areal amtlich versiegeln.

Bereits im Sommer 2013 habe man dem Inhaber untersagt, einen Kfz-Handel oder eine Kfz-Werkstatt zu betreiben, so Lothar Giesler, Leiter des Kreis-Bauordnungsamtes. Der Grund seien fehlende Bau- bzw. Betriebsgenehmigungen. Laut Giesler klagte der Händler gegen die Verfügung: "Vor dem Verwaltungsgericht wurde aber die Rechtsauffassung des Landkreises bestätigt." Allerdings rührte sich weiter nichts: Der Betreiber machte keinerlei Anstalten, die Autos zu entfernen.

Zeitgleich ging die Gemeinde daran, einen B-Plan aufzustellen. Um "Fehlentwicklungen... zu vermeiden", wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Da es für die Fläche keinen B-Plan gibt, wäre eine gewerbliche Nutzung durchaus rechtens - vorausgesetzt, beim Landkreis sind die entsprechenden Genehmigungen eingeholt.

Einen Aufstellungsbeschluss fasste der Rat bereits im Februar, mit dem Ziel, ein reines Wohngebiet auszuweisen. Damit solle ein klares Signal gesetzt werden, so Bauamtsleiter Roger Courtault: "Die Gemeinde möchte an dieser Stelle kein Gewerbe haben." Gerade sei ein Fachbüro beauftragt worden, den Willen der Gemeinde planerisch umzusetzen.

Wenn der B-Plan vielleicht in einem Jahr endlich Rechtskraft hat, wird der Autohändler wahrscheinlich längst verschwunden sein. "Wir haben das Gelände im Blick und achten jetzt darauf, dass die Autos möglichst bald vom Hof kommen", sagt Giesler. Nach seinen Informationen soll der Händler bereits ein neues Gelände in Stade-Ottenbeck gefunden haben. Das WOCHENBLATT stattete dem Areal in Agathenburg wiederholt einen Besuch ab, traf aber aber nie jemanden an.