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Langes Warten auf den Telefonanschluss: Behindert die Telekom die EWE?

Zum Telefonieren auf die Terrasse: Volker Peters hat nach einem halben Jahr immer noch keinen Festnetzanschluss. Der Handy-Empfang im Haus ist schlecht
lt. Nottensdorf. Nutzt die Telekom im idyllischen Nottensdorf ihre einstige Monopolstellung aus und behindert den Wettbewerb freier Telefonanbieter? Diese Frage stellen sich die Mieter in drei neuen Doppelhäusern am Ortsrand. Einige von ihnen warten seit mehr als einem halben Jahr auf einen Telefon- und Internetanschluss von ihrem Wunsch-Anbieter EWE und sind inzwischen mächtig genervt.
Das Problem: Das Glasfaserkabel der EWE reicht nur bis in die Ortsmitte. Die letzten 500 Meter Kabel bis zu den betroffenen Häusern in der Straße "Am Walde" gehören der Telekom. Das Unternehmen muss deshalb auch den Hausanschluss setzen, die EWE mietet dann das Netzteil von der Telekom.
Joachim Dunkel ist Anfang Juli 2013 mit seiner Familie in die neue Wohnung gezogen. Seitdem wartet er vergeblich auf einen Monteur, der ihm seinen Telefon-Anschluss freischaltet. Mit der EWE sei im Dezember ein Termin vereinbart worden. "Es kam aber niemand", sagt Dunkel. Dass er zum Telefonieren auf die Terrasse gehen muss, weil der Handy-Empfang im Haus so schlecht ist, ärgert ihn gewaltig.
Auch Volker Peters ist genervt. Er lebt ebenfalls seit Juli 2013 in einem der neuen Häuser in Nottensdorf. Weil ein EWE-Mitarbeiter nicht an den Telekom-Hausverteiler für die Telefonleitungen ran durfte, sei der Monteur unverrichteter Dinge wieder gegangen, so Peters, der jetzt auf einen Telekom-Monteur wartet, der seine Leitung freischaltet. "Auch ich muss derzeit zum Telefonieren auf die Terrasse", sagt Peters. Das sei besonders nervig, weil er selbstständig sei und oft auch von zuhause arbeite und daher auf ein Telefon angewiesen sei.
Für Mit-Eigentümer der Häuser und Vermieter Olaf Karnatz liegt das Problem ganz klar bei der Telekom. Das Unternehmen würde der EWE absichtlich Steine in den Weg legen. "Dass die Mieter die Leidtragenden sind, ist absolut nicht in Ordnung", sagt Karnatz.
Er weiß, dass ein anderer Mieter, der dringend auf Festnetz angewiesen war, von der EWE zur Telekom wechselte. "Nur zehn Tage später hatte er Telefon", so der Vermieter.
Von der Telekom heißt es zur Situation: "Ein Auftrag zur Versorgung durch die Deutsche Telekom AG liegt uns nicht vor, somit ist eine weitere Prüfung nicht möglich. Die Kunden müssen sich für weitere Informationen an Ihren Anbieter wenden."
EWE-Sprecher Gerd Lottmann erklärt die Situation so: Um die Anschlüsse freischalten zu können, benötigt die EWE bestimmte Rechnungsdaten der Telekom von den Kunden. "Weil sich die Telekom extrem lange Zeit gelassen hat, die Daten den Kunden zu schicken, waren uns die Hände gebunden", sagt Lottmann.
Die WOCHENBLATT-Recherchen haben aber offenbar schon etwas bewirkt: Inzwischen habe Volker Peters seinen Anschluss, sagt Lottmann. Der Fall der Familie Dunkel sei dagegen noch offen.