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"Noki"-Mitglieder sind sauer auf Gemeinde Nottensdorf: Aus Protest fällt Kinderfasching aus

"Wird unsere Arbeit nicht wertgeschätzt?", fragen sich Heike Menzel (li.) und Andrea Buck-Beckdorf vom "Noki"-Verein
lt. Nottensdorf. Die Empörung ist groß im beschaulichen Nottensdorf. Die rund 150 ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins "Noki in Action" sind mächtig sauer auf den Gemeinderat. So sauer, dass sie aus Protest und um ein Zeichen zu setzen, das traditionelle Kinderfasching am Rosenmontag ausfallen lassen.
Und darum dreht sich der Streit: Der 2001 gegründete Noki-Verein, der viele Aktivitäten für Kinder und Erwachsene anbietet, möchte gerne die von den Gymnastik- und Tanzgruppen genutzten Sportgeräte im Dorfgemeinschaftshaus lagern. Dass der Antrag mehrheitlich abgelehnt werden würde, hat die Vereinsmitglieder völlig überrascht.
"Wir waren total platt", sagt Heike Menzel vom Verein. Zuerst habe man das "Noki-Haus" räumen müssen, weil das Gebäude von der Samtgemeinde Horneburg zu einer Krippe umgebaut werden soll. Und nun stoße die Gemeinde die Ehrenamtlichen erneut vor den Kopf. "Wir fühlen uns in unserer Arbeit überhaupt nicht wertgeschätzt", sagt Heike Menzel. Besonders geärgert hat sie die Aussage des Ortsbürgermeisters Hans Alpers-Janke, der Verein sei "verwöhnt" und müsse selber eine Lösung finden.

Alpers-Janke kann zwar einerseits verstehen, dass die Ehrenamtlichen sauer sind. Andererseits könne man keine Ausnahme machen und damit die anderen Vereine benachteiligen, die ebenfalls das Dorfgemeinschaftshaus nutzen.
"Die Gemeinde wäre überfordert, wenn alle zehn Vereine ihr Equipment in dem Gebäude lagern", so Alpers-Janke. Zu seiner Aussage bei der letzten Ratssitzung, die "Noki"-Mitglieder seien "verwöhnt", steht der Ortsbürgermeister. Jahrelang habe der Verein ein von der Gemeinde zur Verfügung gestelltes Haus gehabt, in dem er ein und aus gehen konnte, wie er wollte. Dass das "Noki-Haus" nun verkauft worden sei, rechtfertige keinen Anspruch auf Lagerung der Sportgeräte im Dorfgemeinschaftshaus, sagt Alpers-Janke.
Die Möglichkeit, die Probleme über einen Anbau zu lösen, sieht der Gemeinderat nicht. Weil die Maßnahmen mit knapp 200.000 Euro zu teuer und zudem architektonisch nur schwer umsetzbar wäre, wurde ein entsprechender Antrag der Theatergruppe Nottensdorf abgelehnt.
Die Gemeinde drücke immerhin ein Auge zu, wenn die Laienschauspieler während der Probephase über drei Monate ihre Bühne und die Requisiten im Dorfgemeinschaftshaus stehen ließen, so der Ortsbürgermeister.
Er sei für Ideen offen, sehe aber im Moment keine Lösung für den Konflikt zwischen den Vereinen und der Gemeinde.
Derweil will "Noki" die Dorfgemeinschaft "wachrütteln", indem das traditionelle Kinderfaschingsfest am Rosenmontag in diesem Jahr nicht veranstaltet wird. "Der Ort soll sehen, was wir alles tun, vor allem für die Kinder", sagt Heike Menzel vom "Noki"-Verein. Es sei ohnehin schon schwer genug, Ehrenamtliche zu finden. Da könne es nicht angehen, dass die Gemeinde das Engagement noch boykottiere.