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"Sind 84 Sitzungen im Jahr wirklich nötig?"

Horneburgs Samtgemeinde-Bürgermeister Gerhard Froelian

Horneburgs Samtgemeindebürgermeister Gerhard Froelian im WOCHENBLATT-Interview

lt. Horneburg. Ein Jahr ist vergangen, ein neues hat gerade begonnen. Grund genug für Horneburgs Samtgemeinde-Bürgermeister Gerhard Froelian (60, SPD), im WOCHENBLATT-Interview die wichtigsten Entwicklungen in der Samtgemeinde Revue passieren zu lassen:
WOCHENBLATT: Welche Entwicklungen wurden 2012 in der Samtgemeinde voran getrieben?
Gerhard Froelian: Die Voraussetzungen für die Errichtung des Ganztagsschulbetriebes an der Johann Hinrich Pratje Schule wurden abgeschlossen. Mit dem Bau der Mensa soll nach Vorliegen der Baugenehmigung in Kürze begonnen werden. Außerdem haben wir die Neufassung des Flächennutzungsplanes in Angriff genommen und die Umstrukturierung des Bauhofes vorangetrieben.
WOCHENBLATT: Welche konkreten Maßnahmen wurden umgesetzt?
Froelian: Der Ausbau der Krippenplätze war im Jahr 2012 kommunalpolitischer Schwerpunkt in der Samtgemeinde. So wurden die Kindertagesstätte Hoki in Horneburg um 30 Plätze erweitert. Auch in Agathenburg und Dollern wurden zusätzliche Plätze geschaffen.
In Nottensdorf gibt es seit 2012 zweimal wöchentlich ein Angebot für Jugendliche. Außerdem konnte der Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Agathenburg fertiggestellt und eingeweiht werden. Durch den hohen Anteil der Eigenleistungen durch die Feuerwehrkameraden blieben die Kosten überschaubar.
Erwähnenswert ist auch, dass der Rat einstimmig einen ausgeglichenen Haushaltsplan verabschiedet hat.
WOCHENBLATT: Was waren für sie die wichtigsten Ereignisse 2012?
Froelian: Anfang 2012 habe ich ein Beschwerdemanagement eingerichtet. Viele Bürger nutzten das Angebot und kamen mit ihren Anliegen zu mir. Dabei hat sich gezeigt, dass viele nicht verstehen, wie eine Samtgemeinde funktioniert und wer für was zuständig ist. Manchmal wissen das übrigens sogar gestandene Verwaltungsprofis nicht.
Schön waren für mich die vielen Krippeneinweihungen, zu sehen, wie sich Ehrenamtliche in unserem Mehrgenerationenhaus einsetzen, die Vorstellung des Kunstwerkes durch die Oberschüler vor unserem Ratssaal, die Jubiläumsfeiern der freiwilligen Feuerwehren in Nottensdorf und Bliedersdorf, der Besuch der portugiesischen Leader-Region und vieles mehr.
Privat war das schönste und bedeutsamste Ereignis mein runder Geburtstag im August. Ich habe zuerst mit Gästen aus Rat und Verwaltung in Dollern auf der Dachterrasse des Kaufhauses Mohr gefeiert. Mit engen Freunden, meinen beiden Töchtern und meiner Frau habe ich kurz darauf in Holland ein Hausboot gemietet und weiter gefeiert.
WOCHENBLATT: Was hätte 2012 besser laufen können?
Froelian: In einer Samtgemeinde gibt es im Zusammenspiel zwischen den Gemeinden und der Samtgemeinde Reibungsverluste. Wenn uns die Personalkosten nicht weglaufen sollen, muss über eine Verschlankung der Strukturen nachgedacht werden. Bei allem Verständnis für die Selbstständigkeit der Mitgliedsgemeinden müssen Doppelarbeiten und die Präsenz von Mitarbeitern in den unterschiedlichen Ratsgremien auf ein Mindestmaß reduziert werden. Ich meine damit nicht, dass wir Stellen abbauen müssen. Stattdessen sollte man darüber nachdenken, ob wirklich 84 Sitzungen im Jahr nötig sind oder ob sich manches nicht auch auf kürzerem Weg entscheiden ließe. Die Verwaltungsmitarbeiter stoßen mittlerweile an ihre Grenzen. Gremienarbeit, wo notwendig ja! Die Ortsbürgermeister sollten aber den Mut haben, ihre Entscheidungsbefugnisse auszuschöpfen. Auch eine Einheitsgemeinde würde viel Entlastung bringen.
WOCHENBLATT: Mit welchen Vorsätzen starten sie ins neue Jahr?
Froelian: Ich möchte den breiten politischen Konsens in der Samtgemeinde erhalten. Außerdem möchte ich mich körperlich und geistig fit halten. ich will zweimal in der Woche ins Fitness-Studio und mindestens einmal in der Woche joggen gehen. Geistig halten mich die Ratsmitglieder ja fit.
WOCHENBLATT: Was wird sich 2013 in der Samtgemeinde tun?
Froelian: Projekte der Städtebauförderung im Flecken Horneburg und der Dorferneuerung in Agathenburg werden Entwicklungen mit sich bringen. Die Jugendarbeit muss sich an die geänderte Schullandschaft (Ganztagsschule) anpassen. Zusammen mit den Kommunen Lühe und Jork wollen wir Energie einsparen und deshalb ein Klimaschutzkonzept entwickeln. Zunehmend fordern wird uns der demografische Wandel. Barrierefreiheit darf kein Schlagwort bleiben! Außerdem ist die Sanierung des Ratssaales längst überfällig!
WOCHENBLATT: Herr Froelian, vielen Dank für das Gespräch.