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Sportliche Schwertkämpfer mit Schauspieltalent

Die "Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf" trainiert in den Räumen einer Karateschule in Agathenburg (Foto: bc)
Kling, Klong! Wenn Zwei-Kilo-Schwerter aufeinander schlagen und trotzdem von Sport die Rede ist

(bc). Es sieht martialischer aus, als es wirklich ist. Immer mehr Menschen begeistern sich für historischen Schwertschaukampf. Eine Art mittelalterliches Theaterstück unter sportlichen Gesichtspunkten. "Ziel ist es nicht, seinen Gegner zu besiegen. Es geht vielmehr um einen partnerschaftlichen Wettkampf, der davon lebt, dass der Gegenüber mitspielt. Wir kämpfen mit- und nicht gegeneinander", erklärt Alexander von Appen aus Elstorf.

Der 29-Jährige ist Trainer an der "Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf" (SSK). Schon seit einigen Jahren bietet er Übungsstunden in Agathenburg an. Seit diesem Jahr gibt es auch eine entsprechende Abteilung der SSK beim MTV Freiburg. "Wir überlegen, noch mehr Vereine für unseren Sport zu begeistern", sagt Alexander von Appen.

Das WOCHENBLATT überzeugte sich beim Besuch einer Trainingsstunde persönlich davon, dass es sich bei den kriegerisch anmutenden Kämpfen tatsächlich um Sport handelt.

Laut geht es in den Räumen einer Karateschule in Agathenburg zu. Bei jeder Figur - es gibt über 150 - stoßen die Kontrahenten Schreie aus. Die zwei Kilo schweren Schwerter fliegen aufeinander zu. Kling, Klong! Der Gegner ist entwaffnet. Thorsten Schönfeld aus Sauensiek hat seinen Rivalen Oliver Fiege aus Guderhandviertel zu Boden gerungen. Ein gezielter Stich in die Brust führt zum Tod. Entwarnung: Alles ist nur gespielt.

"Wir bereiten uns im Training auf unsere Auftritte bei Mittelalter-Märkten vor. Es wird aber niemand gezwungen, bei den Märkten dabei zu sein. Man kann bei uns auch mitmachen, um sich nur sportlich zu betätigen", sagt Co-Trainer Dennis Groskopf (38) aus Stade.

Trainiert werden vor allem Fähigkeiten wie Kondition, Kraft, Technik und Koordination. Die Kämpfe dauern drei bis vier Minuten. Nur der erste Schlag wird abgestimmt. Einstudierte Choreografien gibt es nicht. Weil aber standardisierte Abläufe, sogenannte Figuren trainiert werden, wissen die Akteure immer, was der Gegenüber mit seinem nächsten Schlag im Schilde führt. Gefährlich wird es eigentlich nie. Die Schwerter sind stumpf.

Anfänger sollten ohnehin zunächst einen Grundkurs an der Volkshochschule in Buxtehude oder Stade belegen. Zu Beginn wird mit Übungsschwertern aus Kunststoff geübt. Das Einstiegsalter liegt bei 14 Jahren.

• Wer Interesse hat, kann sich unter alexander@schwertschaukampf.de oder unter dennis@schwertschaukampf.de melden. Interessenten können auch jederzeit zum Training kommen (Donnerstag, 20-22 Uhr, Karateschule Agathenburg, Lieth 7). Die Schule bietet auch direkt Anfängerkurse an.